Costa Rica

 

 

Vögel

Vögel, Seite

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Ordnung Greifvögel - Accipitriformes (früher: Falconiformes)

 

Familie Fischadler - Pandionidae

Familie Fischadler - Pandionidae (Linnaeus, 1758)

Engl.: Osprey; Span.: Aguila Pescadora

Jungvögel sind an der orangefarbenen Iris gut zu erkennen - sofern man nahe genug herankommt.

Der Fischadler ist weltweit verbreitet und brütet außer in Südamerika und in Teilen Afrikas überall.

 

Auch in Deutschland. Im Jahre 1999 wurden alleine in Brandenburg 234 Brutpaare gezählt, mit steigender Tendenz. Allerdings gibt es in Europa nur noch etwa 500 Brutpaare, hautsächlich im Norden und im Osten des Kontinents. Im Winter ziehen sie ans Mittelmeer und nach Afrika.

 

In der Neuen Welt brüten sie in dem großen Gebiet zwischen Alaska, Canada bis in den Westen von Mexiko, in Belize und auf den Bahamas.

Die Vögel aus dem Norden überwintern in Mittelamerika und nach Süden hin bis in die warmen Landesteile von Argentinien und Chile. Und natürlich hier in Costa Rica.

 

Die Fischadler werden zwischen 56 und 60 cm groß bei einer Spannweite um 1,80 m. Die männlichen Vögel wiegen 1,5 kg, die weiblichen bis 2 kg - erstaunlich wenig für so ein großes Tier.

Fischadler - Pandionidae (Linnaeus, 1758)

Der Räuber lebt ausschließlich von Fisch, selten, dass er andere Wassertiere erwischt. Sie stoßen aus Höhen zwischen 20 und 30 Metern schräg oder auch senkrecht in das Wasser ein. Die Flügel nach vorne gerichtet fangen sie die Beute auch Unterwasser in Tiefen bis 1 m. Sie machen das sowohl im Süßals auch im Salzwasser.

 

Nur die Seeadler greifen sich die Fische elegant von der Oberfläche ohne sich groß nass zu machen. Fischadler sind Standorttreu und bauen die Horste aus Ästen und Zweigen hoch in dem Bäumen oder schon mal

auf Starkstrommasten. Sie leben monogam und das Weibchen legt zwischen 2 und 4 Eier rotgefleckte Eier. Nach weniger als 40 Tagen schlüpfen die Jungvögel die je nach Nahrungsangebot bis zu 8 Wochen gefüttert werden.

Fischadler an der Pazifikküste Costa Ricas zwischen Punta Judas und Playa de Estrillos Oeste. Der Adler war schon über den Felsen an der Küstenlinie zu sehen und es blieb Zeit, die schwere Linse in Anschlag zu bringen. In den Fängen hält er einen Pilotbarsch.

Dieses ausgewachsene Prachtexemplar hielt den Fisch senkrecht mit dem Rücken nach oben in den Krallen als er über den Strand flog. Der Kopf des Fisches wies nach vorne. So unvermutet und tief kam er angeflogen, dass

davon kein Foto zumachen war. Die Canon 20D hatte dämlicher Weise keine Spotmessung für die Schärfe - 2007 kommt deswegen die EOS 5D zum Einsatz und ab 2013 ist es die EOS 5D Mark II.

 

Der Adler kreiste einige Male um sich einen Baum auszusuchen. Zeit zum hinterher rennen. Ob wohl er 20 m höher sitzt, äugte er misstrauisch zu dem Störenfried herab.

Was wollt ihr hier? Ich gebe nichts ab!

Zu solchen Bildern kommt man nur alle paar Jahre!

Aber schon 4 Sekunden später möchte er endlich zu Mittag essen und läßt sich nicht weiter stören. Die Superlinse macht es möglich den Fisch zu identifizieren: Es ist ein Grauer Pilotbarsch Kyphosus vaigiensis (Quoy &

Gaimard, 1825). Diese Barsche stehen im gesamten Indopazifik in flacheren Wasser an Riffen, oder wie hier, in der Brandungszone an Felsen ohne Korallenbewuchs.

Verblüffend: Nur 100 m weiter saß noch ein Adler auf dem Baum. Weibchen sind größer. Wie die beiden Bilder oben zeigen, könnte das das Weibchen sein, mit brauner Zeichnung am Hals. Ob es hier der maskuline Partner ist?

 

Die Kehle weiß keine Zeichnung auf, sie ist weiß und für ein Jungtier ist er zu groß und hat keine orangefarbenen Pupillen. Außerdem fliegen Jungtiere nicht mit den Eltern über tausende von Kilometern zusammen und für Rivalen halten sie sich zu nahe beieinander auf. Es wird das Männchen sein.

Fischadler - Pandionidae (Linnaeus, 1758)

Alle Bilder oberhalb des Textes sind in den Bäumen am Ufer entstanden. Hier beginnt das unbekannte Schutzgebiet um Punta Judas - man muss nämlich ca. 1 Stunde von Estrillos Oeste über den Strand herlaufen. Das kann ganz schön heiß sein!

 

Einmal bei ca. 20 Besuchen dieses menschenleeren Küstenstreifens (am Wochenende sieht man vielleicht 20 Ticos - auf 4 km!) waren in den Bäumen der Küstenlinie sogar Totenkopfaffen zu sehen. Eine ganze Familie. Und die hoffte man noch mal zu sehen. Und was bekam man vor die Linse? Fischadler.

 

Der ganze Uferabschnitt fällt bei Ebbe trocken und es bleiben nicht einmal wadentiefe Ebbtümpel zurück. An die Wasserlinie kommt man nicht heran; es ist felsig. Draußen vor der Brandung muss es von Fischen nur so

wimmeln. Ein Paradies für Fischadler. Mit ihrer Beute in den Fängen fliegen sie über die Felsen zu den kahlen Bäumen und verspeisen dort in 10 m Höhe genüsslich den frischen Fisch.

Fischadler an der Mündung des Río Tárcoles

Hier ein Fisch aus dem Fluß. Die Jungs vom Boot meinten es ist eine schmackhafte "escorbina"!

Kurz vor Sonnenuntergang die mächtigen Krallen noch mal irgendwo reinschlagen?

Die Flussmündung des Rio Tárcoles ist eine der schönsten Stellen in Costa Rica. Hier wimmelt es vor Krokodile und die gesamte Vogelwelt lässt sich bequem vom Boot aus betrachten. Links im Bild sind die Schlafbäume der Pelikane und der Kormorane und alle Raubvögel fischen hier. Die schönste Zeit ist kurz vor Sonnenuntergang.

 

Alle Vögel fangen an sich ihre Schlafplatze zu suchen. Viele Arten finden sich dann zu großen Kolonien zusammen. Die beiden Bilder der Panoramaaufnahme entstanden am 11.02.2006 um 18:14. Einige Minuten

später ist es dunkel.

Rio Tárcoles, Puntarenas, Costa Rica

Riesenseeadler - außer Konkurrenz!
 
Er lebt im fernen Osten Russlands!

Riesenseeadler oder Stellers Seeadler - Haliaeetus pelagicus (Pallas, 1811)

Stellers Seeadler Haliaeetus pelagicus (Pallas, 1811)

Der Unterschied zwischen Fischadler und Seeadler

Ein Irrtum wäre, wenn man Fischadler und Seeadler gleichsetzt. Seeadler haben eine Körperlänge von 90 cm und ein Gewicht von 6,90 kg bei einer

Spannweite von fast2,50 m.

 

Sein Lebensraum ist im fernen Osten Russland um die Küsten Kamtschatkas und den Aleuten. Flussufer am Rio Tárcoles kurz vor Sonnenuntergang