Italien

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Kampanien

Pompeji

Vesuv            Napel
Pompeji
Pompeji

Pompeji bestand etwa schon 700 Jahre als es 79 n. Chr. von einer 25 m hohen Ascheschicht verschüttet wurde. Es geriet danach in Vergessenheit und wurde erst im 18. Jhdt. wieder entdeckt.


Hier kann und soll nicht alles der Pompeji geschrieben werden. Dafür gibt es unendlich viel im Netz zu lesen. Eine der längsten Seiten hat z. B. Wikipedia (dahin zu verlinken geht nicht mehr so ohne weiteres).


Aber einige Bemerkungen wird es schon geben. Man muss ja schließlich selber wissen, wo man sich so rumgetrieben hat. 


Eines vorweg: Der Besuch in Pompeji hat doch etwas enttäuscht. Es macht den Eindruck, als sei alle vor kurzem geplündert worden, alles zerfällt, nichts wird erhalten. Man sollte bei diesem einmaligen Glücksfall, in 2.000 Jahre alte Momentaufnahme römischen Lebens blicken zu können, mehr zu sehnen zu bekommen, als zerbröckelnde Mauern. 


Man kann Abgüsse der sterbenden Menschen sehen. Aber hätte man nicht ein einziges Haus mit den kleinen Innenhöfen, mit den Räumen, den Möbeln, mit allem drum und dran so wieder herrichten kommen, als seinen die Bewohner gerade mal um die Ecke gegangen? Es wird viel zu wenig hier investiert und der Anblick der Gemäuer enttäuscht doch sehr.

Das Große Theater
‍Pompeji ‍hatte ‍zwei ‍Theater. ‍Das ‍Große ‍Theater ‍fasste ‍20.000 ‍Zuschauer. ‍Das ‍kleinere ‍Theater ‍gleich ‍neben ‍an ‍muss ‍mal ‍überdach ‍gewesen ‍sein. ‍

‍Die ‍Bevölkerung ‍war ‍zur ‍Zeit ‍des ‍Unterganges ‍auf ‍8.000 ‍bis ‍10.000 ‍Bewohner ‍angewachsen. ‍Die ‍beiden ‍Theater ‍und ‍die ‍gesamte ‍Infrastruktur ‍war ‍also ‍für ‍die ‍Nachbarstädte ‍und ‍Besucher ‍mit ‍konzipiert.

‍Pompeji ‍durfte ‍so ‍etwas ‍wie ‍ein ‍Erholungsurlaub- ‍und ‍Kurort ‍gewesen ‍sein. ‍Es ‍lag ‍auch ‍damals ‍direkt ‍am ‍Meer. ‍Heute ‍ist ‍die ‍Kiste ‍ungefähr ‍700 ‍m ‍weit ‍weg.
Hervorragende Akustik im Großen Theater
Was sagte ein Besucher laut und unverkennbar in breitesten Sächsisch. „Nu, hier isd ja alle gabuud!“
Wasserversorgung
Keine Straßen, sondern Abwasserkanäle
Wasserstellen alle 50 Meter
Mit der Wasserversorgung gab man sich große Mühe. Druckrohren mit 30 cm Durchmesser - aus Blei. Ob die Römer an Bleivergiftung so plötzlich von der Bildfläche verschwunden sind?

Einige Häuser und die Thermen hatten direkten Anschluss an das Wasser aus den Bergen.

Ansonsten gab es immer fließende Wasserstellen, wie oben in Bild, an Straßenkreuzungen, ziemlich genau 50 m weit auseinander.

Da Pompeji genug Gefälle hat, floss das Abwasser die Straße hinunter. Was hier normaler weise als Straße zu sehen ist, war nichts weiter als für das Abwasser gedacht.

Deswegen gab es überall rechts und links Bürgersteige und Steine zum überqueren.

Im heißen Klima Süditaliens muss das ein ziemliche Belastung gewesen sein.
In einigen Häusern gab es sogar Pools
Geschmackvolle Bemalung
und Mosaiken
Es gibt nur wenig erhaltene Fresken. Nicht, weil die Farben die 2.000 Jahre es nicht ausgehalten hätten, sondern weil man es hat vergammeln lassen
Thermen
Vorstadttherme, hatte große Fenster mit Blick auf das Meer. Die Wände zierten erotische Darstellungen. Prostitution soll hier aber nicht stattgefunden haben. Raubgräbereien haben dieses prachtvolles Bauwerg schon vor der wissenschaftlichen Archäologie stark beschädigt. In allen Thermen ist heute für den Besucher nur wenig zu sehen.
Drei Thermen gab es in der Stadt. Einen hatte sogar ein Schwimmbad von 22x8x1,5m. Für Frauen gab es in den Bädern eigene Räume. Sie mussten allerdings das Doppelte bezahlen. Sklave befeuerten die Öfen mit Holz. Das warme  oder heiße Wasser erwärmte den
Fußboden, Sitzbäder, Becken und Saunen. Sklaven verrichteten die Arbeit. Es gab Verkaufsstände für Speisen und Getränke, Umkleideräume  und Räume mit Regalen zur Aufbewahrung der Kleidung. Eine weiter Therme, die
Merkantiles
Nein, nein! Nicht was Sie denken. Das ist ein Geschäft. Da standen die Amphoren mit Öl oder Wein drin. Es ist die Ladentheke so zu sagen, ein Verkaufstresen.
Sesterz
As
‍Der ‍Sesterz ‍war ‍Münze ‍und ‍Währungseinheit ‍in ‍der ‍römischen ‍Republik ‍vom  3. ‍Jhdt. ‍v. ‍bis ‍zum ‍3. ‍Jhdt. ‍n. ‍Chr.. ‍Anfangs ‍hatte ‍er ‍ein ‍Wert ‍von ‍zweieinhalb ‍As ‍z. ‍Z ‍von ‍Pompejis ‍Untergang ‍von ‍4 ‍Asse, ‍was ‍2 ‍Dupondien ‍entsprach. ‍Hier ‍werden ‍ein ‍Sesterz ‍und, ‍die ‍kleinere ‍Münze, ‍ein ‍As ‍gezeigt. ‍Was ‍bei ‍Währungen ‍wichtig ‍ist, ‍ist ‍die ‍Angabe ‍der ‍Kaufkraft. ‍Aber ‍die ‍kann ‍man ‍nicht ‍über ‍600 ‍Jahre ‍angeben. ‍Waren ‍die ‍Herrscher ‍gut, ‍gab ‍es ‍Münzen ‍aus ‍Gold, ‍wenn ‍nicht, ‍war ‍der ‍Materialwert ‍gleich ‍Null.

‍Möchte ‍man ‍aber ‍wissen ‍über ‍den ‍Wert ‍zur ‍Zeit ‍des ‍Untergangs, ‍kann ‍man ‍auf ‍die ‍Graffiti ‍als ‍einzige ‍Quelle ‍in ‍Pompeji ‍zurückgreifen. ‍Mit ‍Metallstiften ‍ist ‍da ‍einiges ‍in ‍die ‍Mauern ‍geritzt. ‍Das ‍schien ‍sogar ‍geduldet ‍zu ‍sein. ‍An ‍die ‍10.000 ‍Graffitis ‍sind ‍gefunden ‍worden, ‍ein ‍Schatz, ‍ohne ‍den ‍nur ‍wenig ‍über ‍den ‍täglichen ‍Ablauf ‍des ‍Lebens ‍bekannt ‍wäre.

‍Die ‍privaten ‍Ritzungen ‍sind ‍fein ‍und ‍klein. ‍Die ‍meisten ‍haben ‍an ‍erster ‍Stelle ‍erotische ‍und ‍sexuelle ‍Inhalte. ‍Danach ‍wurden ‍Gladiatorenkämpfe ‍und ‍-ausgänge ‍beschrieben. ‍Aber ‍auch ‍Lebensmittelpreise, ‍Suchmeldungen ‍nach ‍entlaufenen ‍Tieren ‍wurden ‍kundgetan, ‍usw.
‍. ‍

‍Prostitution ‍war ‍ein ‍weiterverbreitetes ‍Gewerbe. ‍Durch ‍die ‍Graffiti ‍sind ‍sogar ‍die ‍Namen ‍und ‍Preise ‍der ‍Damen ‍bekannt: ‍Athenas ‍2 ‍As, ‍Sabinas ‍2 ‍As, ‍aber ‍Logas, ‍eine ‍Haussklavin ‍nahm ‍8 ‍As ‍und ‍Maritimus ‍leckt ‍die ‍Scham  für ‍4 ‍As, ‍empfängt ‍auch ‍Jungfrauen. ‍Bei ‍Sklavinnen ‍aus ‍dem ‍Osten ‍ging ‍es ‍auch ‍für ‍ein ‍Brot ‍oder ‍einen ‍Liter ‍Wein. ‍wo ‍hingegen ‍die ‍Preise ‍nach ‍obenhin ‍offen ‍waren. ‍{Quelle: ‍Wikipedia)
Pompeji war ganz schön eng bebaut. Was hier auf dem Stadtplan (fotografiert am Eingang) zu sehen ist. Hier 8.000 oder 20.000 Bewohner zu Spitzenzeiten innerhalb der Mauer?
Zu mindest waren die Abwasserkanäle breit genug - was hier wie eine Straße aussieht.
Die „Straße“ war eher ein ziemlich stinkender Abwasserkanal. Zum Fortkommen waren die Bürgersteige gedacht.
Das rechteckige Form stammt noch aus der vorrömischen Zeit. War da der Markt, das Stadion, die Versammlungsstätte. Hat dann mit der Fertigstellung der Theater an Bedeutung verloren.
Die Randbebauung war mal zweistöckig. Außer den Säulen ist nichts mehr erhalten.
Centauer
Sammlung von Fundstücken
Amphoren am Forum
1.000 diese versteinerten Leichen hat man gefunden.
Knochen und Kleidung waren noch in den Hohlräumen. Diese hat man ausgegossen. Die meisten Opfer hatten Kopfverletzungen von den einstürzenden Dächern oder herabfallenden Gesteinsbrocken. Sie sind aber am pyroklastischen Strom des Ausbruchs gestorben. Das ist eine Feststoff-Gas-Dispersion, die sich blitzschnell an Vulkanhängen abwärts bewegt. 

Das tödlich Gemisch kann Geschwindigkeiten von 700 km/h haben und 300-800° C heiß sein.

Besonders tückisch ist, dass sich dieser extreme Strom auch über der Oberfläche des Meeres ausbreitet. So starben auch Menschen, die sich ins Wasser retten wollten oder sich auf Schiffen im Golf von Neapel befanden. Selbst Asche und Staub sind auch weiter weg  noch eine tödliche Gefahr.

Beim Ausbruch des Vulkans Mount St. Helen  im Mai 1980 war der  pyroklastische Strom 37 km breit, 30 km lang und hatte eine Geschwindigkeit von 1080 km/h, knapp Schallgeschwindigkeit.

Bei Funden in Städten näher am Vesuv sind die Leute bewusstlos zusammengebrochen und teilweise verbrannt. Man fand 1500 Jahre später angekohlte Knochen und Kleidungsstücke in den Hohlräumen, weil z. B. Herculaneum aufgrund der Windrichtung erst mal keine Asche abbekam .
Ist doch was: ein Baum ist noch stehengeblieben
Golf von Neapel
Blick auf den Golf von Neapel
Aussteigen war kaum möglich. Es herrschte Windstärke 10  der Aufstieg zum Krater war gesperrt und unmöglich.

Wer ein paar Jahre in Mittelamerika gelebt hat, braucht das auch nicht unbedingt. Nur der Blick über den Golf von Neapel wäre interessant gewesen.
Auf der Straße zum Vesuv
Das Große Palästra (Campus oder Sportanlage) auf dem Forum Triangolare wurde Sport, oder besser Wehrertüchtigung, getrieben. Unmittelbar daneben die beiden Theater.