Sanssouci

1750-1801

Sanssouci

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Schloss Charlottenhof

Die wenigsten der vielen Besucher von Sanssouci kommen hier her und kaum ein Berliner kennt das Schloss Charlottenhof. Es liegt im Süden des Parks, noch südwestlicher als die Römischen Bäder, ziemlich versteckt.

Doch der Anblick ist überwältigend, vor allem wenn man den Weg von den Römischen Bädern her kommt, wie es das Bild hier zeigt.

Geschichte

Gekauft hat das ehemalige Gut

Friedrich Wilhelm III. (1770-

1840). Er schenkte es 1825

seinem Sohn Kronprinz

Friedrich Wilhelm und seiner

Gemahlin Elisabeth Ludovika

von Bayern zu Weihnachten.

 

Umgebaut wurde das Schloss

unter Kronprinz Friedrich

Wilhelm (1795-1861) zu

seinem Sommersitz. Er wurde

1840 als Friedrich Wilhelm IV.

König von Preußen.

 

Er beauftragte damit keinen

anderen als den Architekten

Karl Friedrich Schinkel. Mit

wenig Geld, Preußens

Herrscher hatten nicht viel

davon und was sie hatten

brauchten sie für Kriege, baute

Schinkel nach dem Vorbild

einer römischen Villa diese

kleine Schloss im

klassizistischen Stil.

 

Benannt wurde das Schloss

nach seiner Vorbesitzerin Maria

Charlotte von Gentzkow, Frau

eines Kammerherren. Sie

besaß das Gut von 1790 bis

1794.

 

Das Haus hat 10 Zimmer und

kann besichtigt werden. Die

Stiftung Preußische Schlösser

und Gärten Berlin-Brandenburg

langt kräftig hin und verbat

noch vor kurzem dafür das

Fotografieren im Inneren aller

Schlösser und Häuser hier in

Sanssouci.

 

 

 

 

Für kunstbeflissene

Nebelkrähen ist der Eintritt

frei.

Am Bassin ist Prinzessin Elisabeth von Bayern auf einer ionischen Säule dargestellt. Die Skulptur wurde um 1825 von Christian Friedrich Tieck geschaffen. Der weiße Marmor stammt aus Carrara, der grau-rote aus Bayern. Die Säule wurde erst 1835 errichtet.

 

Im Hintergrund der Risalit des Neuen Palais.

Das Portal ist mit schönen Friesen und blauen Malereein

geschmückt. Alles ist in blau gehalten, sogar die

Fensterläden.

 

Das Blau sollte Elisabeth Ludovika von Bayern an ihre

Heimat erinnern. Die Details sind aufwendig

gestaltet. Die Malereien neben den Türen liegen hinter Glas.

Der Schlossgarten wurde extra aufgeschüttet. Im Bassin steht die Säule der Königin Elisabeth.

Die mächtigste der Ahornblättrigen Platanen (Platanus x hispanica) am Schloss Charlottenhof hatte 2013 einen Umfang von 6,02 m, gemessen in 1.30 m Höhe über dem Boden. Der Baum ist 34 m hoch. Der Ahorn war da 180 Jahre alt

Wie harmonisch sich die ganze Anlage in die Parklandschaft einfügt.

Kolonnaden auf der Südseite

Aufgang zum Park vor dem

Schloss, Vom Osten aus

gesehen. Die beiden Figuren

sind aus Bronze.

Links Klio, ein Nachguss von 1837 nach antikem Vorbild aus dem 4. Jh. v. Chr. Rechts ist Apollino. Ein Nachguss einer Marmorstatue in Florenz aus dem 1. Jh.

Klio

Apollino

Es ist wie zu Zeiten SM Friedrich Wilhelm IV. nd seiner Gemahlin Elisabeth. Das gemeine Fußvolk darf nicht den Haupteingang links um die Ecke  nutzen, sondern darf durch den Dienstboteneingang zur Kasse schlurfen.

Ein römischer Kindersakrophag aus Marmor in der Mauer unter den Kolonnaden auf der Südseite. Er ist aus Marmor und stammt aus der 1. Hälfte der 3. Jh.

Er gehört zur „Brunhildenquelle“. Benannt nach der Lieblingshündin der Königin Elisabeth. Da wo das Loch ist, spie ein Kopf aus Zinkguß einst Wasser. Er wurde 1977 gestohlen.

Westfassade

An der schlichten Westfasade kommen die grazilen Tierfiguren rechts und

links des Eingangs hervorragend zur Geltung.

Die beiden Gazellen sind von Wilhelm Wolff aus dem Jahr 1846 in Bronze gegossen.

Haha! Deswegen der Name Sommerschloss!

Exedra

Diese steinerne Bank muss

damals eine Sensationgewesen sein. Nicht wegen der beiden schönen Figuren und den Weinranken, die zeltförmig den Platz überragen.

 

Der Merkur wurde in Bronze

1818 gegossen nach einer

Marmorstatue von Bertel

Thorvaldsen.

 

Die Mauern sind hohl und

verstärken ein Flüstern laut

und vernehmlich wie Stimmen über Lautsprecher. Aus den Löchern unten tritt der Schall aus.

 

Der vornehme Römer hat zu

so einer Bank einst Exedra

gesagt.

 

Die rechte Figur der "tönenden Bank" vor den Weinreben - ursprünglich in Marmor von Antonio Canova geschaffen - stellt Paris mit

dem Apfel in der Hand dar. Sie wurde von Rudolf Schadow 1826 in Bronze gegossen.

Wein aus Brandenburg! Was muss das für ein Gesöff gewesen sein.

Na ja, besser als gar nichts...

Links neben der Bank aus Stein steht Paris mit dem Apfel in der Hand. Die Bronzefigur wurde von Antonio Canova geschaffen und 1826 von Rudolf Schadow nachgegossen,

Einfach schön! Die rechte Figur mit dem

Flügelhelm ist leicht als Merkur zu erkennen.

Bernd Thorvaldsen schuf sie in Marmor. Sie wurde ebenfalls von  Rudolf Schadow 1818

in Bronze wiederholt.

Rosengarten

Der Höhepunkt in der Mitte des Rosengartens: Wasserspeiender Satyrknabe in schattiger Laube. Von Christian Daniel Rauch, 1839/40. Nachguß aus Bronze von 1995.

Die Gärten des Schlosses wurden von den Gartenarchitekten Hermann

Sello unter Beteiligung von Peter Joseph Lenné nach italienischen Muster angelegt und mit dem Englischen Landschaftsgarten Friedrich des Großen harmonisch verbunden.

 

Es ist der erste geometrisch angelegte Park in Deutschland. Der italienbegeisterte Kronprinz war an den Entwürfen beteiligt.

 

Trotzdem, es ist eine  wunderschöne Anlage in dem ehemals brettflachen und sumpfigen Gelände.

Blick von den Kolonnaden in den Rosengarten.

Nordfassade

Blick auf die Nordfasade vom Park Sanssouci aus mit den 180 Jahre alten mächtigen Platane davor.

Ebenfalls ein Blick vom Norden auf den Schlossgarten mit der „tönenden" Steinbank früh am Morgen im viel zu trocknen Juli 2009.

Ob die weiß-blau gestrichenen Fensterläden das ewige Heimweh der Königin Elesabeth nach ihrer bayrischen Heimat wirklich gestillt haben, ist nicht überliefert. (September 2009)