Costa Rica


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Costa Rica
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Anreise Berlin - Amsterdam - Miami - San José,


Costa Rica 2002 - 2006

Es regnet in Berlin. Vom nahen Tag ist noch nichts zu spüren. Das Thermometer zeigt die gleiche Temperatur an, die auch im Inneren des Kühlschrankes herrscht. Das wird sich heute hier nicht ändern und morgen auch nicht. So leben wir nun, wir Deutsche.
Pünktlich ist das Taxi da. Der Fahrer, ein Berliner, ist um 5:30 Uhr
schon ausgeschlafen und gut drauf. Morgens kommen immer Berliner
Taxifahrer; sonst sitzen hier Fahrer aus 170 Ethnien hinter dem
Lenker. Bevor er das erste Mal den Blinker setzt, ist schon einiges
klar: Er ist CDU-Wähler, hat oft Eberhard Diepgen gefahren, weiß aber
nicht, was er zur Bundestagswahl wählen soll, dass er aber zur Wahl
geht, die Enkel ..... – ein Glück, zum Flughafen Tegel ist es nicht weit.
Noch beim Herausgeben des Wechselgeldes erfährt man nebenbei,
dass die Berliner seit der Einführung des Euro bis zu 40 % weniger
Taxi fahren....... aber der Fahrgast hat seinerseits schon endgültig
abgeschaltet.
Die KLM um 6:45 Uhr ist voll ausgebucht. Die Fokker 70 hat auch für ganz kleine Menschen nicht genug
Beinfreiheit. Zum Ausgleich dafür sind die blonden holländischen Stewardessen im schmalen Mittelgang riesig groß und die Versorgung mit Zeitungen besonders schlecht. Es gibt nur die Herold Tribune. Die ist dafür schon 2 Tage alt aber leider noch nicht historisch zu nennen. Die Maschine muss über Nacht mit offenen Türen auf dem Rollfeld gestanden haben. Sie ist eiskalt. Die Crew trägt Mäntel.
Amsterdam
Es regnet auch in Amsterdam. Zum Umsteigen bleibt viel Zeit, die man auch wirklich haben sollte, denn zu Fuß ist fast ganz Holland zu durchqueren. Von Terminal C, kurz vor der deutschen Grenze, bis zum Terminal G, weit in Richtung Belgien gelegen, läuft man trotz endloser Laufbänder auf dem Flughafen Schiphol bei strammem Schritt 20 Minuten. 39 Millionen Fluggäste im Jahr 2001 mußten sich hier zurechtfinden.
Auch an diesem trüben, diesig verhangenen Morgen
 herrscht Hochbetrieb. Vom Ende des Terminal G kann
man gut drei Landebahnen einsehen, wo eine
Maschine nach der anderen aus dem Dunst heraus
einschwebt oder darin verschwindet, zum Start rollt,
von Dockingstationen weggeschoben wird – ob das je
in Berlin – Brandenburg – International mal so wird?
Trotzdem startet die Boing 767 der Chartertochter der KLM.
Sie ist innen in angenehmen Farben gehalten. Die Sitze
sind dunkelblau mit wenigen roten und weißen kurzen
Strichen durchwirkt. Das Ganze wirkt wohnlich – bis man
sich setzen will. Der Sitzabstand und die Beinfreiheit ist
wirklich gewaltig: gewaltig eng. Es sind viele Stewardessen
an Bord. Oder fallen sie mit ihrem knallroten Kostümen in
dem dunkelblauen Interieur nur so auf? Es sind alles groß
gewachsene, oft kräftige Damen, Martin Air hat da schon
was zu bieten.

Alle tragen einen unmöglichen kleinen Hut im Rot der
Kostüme. Die schnörkellosen flachen runden Dinger sehen
aus wie Kompottschalen aus Filz, die, wenn sie noch betont
neckisch schief aufgesetzt sind, den Reisenden schon zum
Lachen bringen können. Design ist nichts für die Holländer,
z. B. der Außenanstrich der KLM: oben Blau unten Weiß
und die Martin Air: genau so, nur oben Rot. Nur kein
Schwung, kein Pfiff; es könnte ja auffallen. Tut ja fast weh,
was die netten Heinekentrinker da alles einstecken müssen.
Jetzt kommt auch noch der Service dran. Der ist wie bei
anderen Charterfliegern. Nur Extrawünsche werden nicht
gerne erfüllt. Ein zusätzliches Bier zwischen den
Servicerunden wird mit 2,50 Euro bestraft, eine Decke
kommt nach drei Anforderungen nie. Nur die Passagiere
der „Starklasse“ brauchen nicht zu frieren. 

Da die Decken aber in der Ablage der Holzklasse liegen, fehlt jetzt aus Versehen eine. Wer versteht schon so viel englisch: „Property of Martinair. Do not remove from Aircraft“.
Ununterbrochen sagt eine
sympathische Frauenstimme mit
unmöglichen Lauten mit vielen
harten „ch’s“ und „t’s“ jeden Flug
an, ob man nun dahin will oder
nicht. Holländisch ist wohl eine
der härtesten Sprachen
Europas. 

Da können die Schweden noch so über die nölenden Dänen lachen.
Trotzdem, ein Deutscher kann
den Inhalt der Ansagen gut
noch vor der englischen
Wiederholung verstehen. So
auch die Ansage, dass die
Martin Air („Der andere
Holländer“) zum Flug nach San
José, Costa Rica via Miami
bittet. 

Doch die verteilten Visaformulare für die Einreise in die USA sorgen erst einmal für Verblüffung. 

Sind es denn nicht alle gewöhnliche Transitgäste? Aber nein, die Karten sind sofort auszufüllen. Und überhaupt, man möge sich doch die
allergrößte Mühe geben und
sich ja nicht verschreiben.

Aber die Fragen erst! Die sind
so typisch amerikanisch, dass
man sich, an preußische
Fragebögen durchaus gewöhnt,
verwundert die Augen reibt. Ob
man geistig krank sei, öfter als
zwei Mal für fünf Jahre im Knast
gesessen hat, und – allen
Ernstes – etwas in die Luft
sprengen möchte, usw. Alles ist
auf dem blauen Karton mit ja
oder nein anzukreuzen und mit
Geburtsdatum zu unterschreiben.
Die kürzeste Flugroute nach Miami führt nun mal entlang des Großkreises beinahe über die Südspitze von
Grönland. Kurz nach dem Start ist gerade noch die Küste des Ärmelkanals zu sehen, und dann ist bei dem nur flachen Steigungswinkel, den sich die Flieger über dem Meer nun mal leisten können, alles in Wolken. Dafür ist dann die Sonne für viele Stunden zu sehen und heizt sogar die innere Plexiglasscheibe des Fensters auf der linken Seite angenehm auf, da es im Inneren, wie gesagt, sehr kalt war. Das ist übrigens ein Trick der Fluggesellschaften. Die Pax richtig mit viel zu vielen Kalorien abfüttern und dann kalt machen, das macht träge und schläfrig und bringt Ruhe für die Cabine Crew.
Die Wolkendecke reißt nur noch einmal kurz über Irland auf. Sonst lag der gesamte Nordatlantik unter einer geschlossenen Wolkendecke. Armes Europa. Bei dem starken Westwind kommt da nichts Gutes auf all die Länder zu. Erst über der Landmasse Canadas wird es klar. Große Schneefelder, dunkle Wälder aber keine Straßen, Orte sind zu sehen. Es dauert noch lange, bis Spuren der Zivilisation nach Kurswechsel auf Südwest entlang der Ostküste Amerikas in Sicht kommen. 

Scharf zeichnet sich aus 12.000 Meter die Küstenline ab, klitzeklein ist Boston, New York, kontrastreich die Wolkenkratzer von Manhattan, der Hudson River mit den Brücken in der nun schon schräg stehenden Sonne und sogar Staaten Island ist auszumachen. Die kleine Insel mit der Freiheitsstatue aber nur an den Kiellinien der Fähren, die plötzlich im Nichts enden. Long Island ist erstaunlich groß.
Ein richtiger Erdkundeunterricht. Wie stark zerklüftet die Ostküste ist. Zwar zeichnet der helle Sandstreifen der Küste und die weiße Brandung des Atlantik die Umrisse des Kontinents so, wie es jeder aus dem Schulatlas kennt, aber die riesigen Wasserflächen bis tief ins Hinterland sind eine neue Erfahrung. Wieder ziehen Wolken auf und die Sümpfe der Everglades sind erst zu sehen, als die Boing von Westen her auf die Landebahn zu schwebt.
Zwischenlandung in Miami

Miami, im Sunshine State Florida, mit seinen langen Autobahnbrücken über grauem Wasser sieht bei
Nieselregen genau so trist wie Berlin und Amsterdam heute Morgen aus.


Sie spinnen, die Amis

Die Amis haben wirklich nicht alle Tassen im Schrank und es gibt derzeit keinen mehr auf der Welt, der denen
mal auf die Finger klopfen kann. So steht die Welt vor einer nicht sehr schönen Zukunft.

Hier wird offensichtlich internationales Recht gebrochen, denn alle Transitreisende müssen gegen ihren Willen
in das Land einreisen und das Gepäck muss ausgeladen, identifiziert, kontrolliert, wieder verladen und schön
teuer bezahlt werden. Der Zwischenstop ist auf 2 Stunden angesetzt und reicht nicht einmal aus. Alle sind
wütend.

Die Zehen genau an der Linie warten alle auf den gnädigen Wink des Migration Officers. Nicht der geringste
Unterschied zu damals, zur Einreise als Westberliner in die „Hauptstadt der DDR“, eher noch trister. Wenn der
noch sächsisch spricht, bekommt er eines auf die Gusche, zumindest verbal. Der schnauzt aber auf Englisch.
Man hätte in dem Feld „Permanent Adress in USA“ gefälligst „Transit to everywhere“ einzutragen. Spinnt der?
Im feinsten näselnden Oxfordenglish bekommt er zu hören und den blauen Karton wieder zugeschoben, der
Reisende verstehe sein Englisch nicht. Er überlegt, ob er platzen soll, krakelt aber doch selber was hin weil
die Schlange lang ist. Als das erledigt ist, hantiert er wie Rastelli mit seinen Stempeln herum, hackt wie wild
und wütend auf jede freie Stelle ein, rot das Datum, schwarz was von Migration und quer blau, dass man
wieder ausreisen muss. Dann reißt er wütend den Ausreiseabschnitt ab und schmeißt seinen Teil - in den
Papierkorb.

Aufgeregte Damen im roten Kostüm mit dem unsäglichen Beppi der Martin Air, nur deutlich kleiner, älter,
farbiger und dicker als die großen Blonden vom fliegenden Personal hetzen ihre Fluggäste aufgeregt über den
nicht gerade kleinen Airport zur Gepäckausgabe. Beim Warten auf die Koffer muss ein Hund an der
Fotoausrüstung schnuppern, hat aber mehr Interesse an dem Rucksack eines Junkies. Nun ist alles gespannt,
kommt heran. Der Rauschgifthund ist ein kleiner Mischlingsrüde mit Schildern an der Seite „Police - Dog
Brigade“. Voller Erfolg. Das gefundene Wurstbrot will er gleich auffressen, es wird aber beschlagnahmt, alles
lacht und der Hund hat wohl Feierabend.

Die Koffer auf einen Wagen, dann rauf in die Röntgenabteilung mit jedem Stück. Einreise ins gelobte Land,
zwei Meter dahinter greifen sich zwei der dicksten je gesehenen Negermammis in furchteinflößender Uniform
die Koffer mit zwei Fingern (der eine hat 28 kg!) und schmeißen alle Koffer wieder auf ein Band.
Herzlich Willkommen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Rotkäppchen verhindern einen
Spaziergang auf dem Parkplatz. Endloser Weg zur Ausreise, endlose Schlange in Einerreihe zur Ausreise,
von Polizisten immer wieder ordentlich an die rechte Wand gedrückt, zig Ecken.

Die Rotkäppchen sind weg, rennen zurück, holen den Rest. Wer sich da hinten anstellt, steht noch am Urlaubende dort. Also vorbei an murrenden Schlangestehern. Links noch eine kürzere Reihe mit bekannten Gesichtern. Geduldet, vom Officer an die linke Wand gedrückt. Endloses Warten auf die Eincheckkontrolle, die alles erlebte in den Schatten stellt. Alles Metall ab, klar. Der Rahmen piept sich trotzdem zu Tode. Eine Frau (!) identifiziert am Hals und am Gürtel gefährliches. Am Hals die hauchdünne Goldkette, am Gürtel die Schnalle. Nach dem 10 Stunden Flug ist die Gymnastik, die für den Hals verlangt wird, richtig gut, aber den Hosengürtel mitten im Raum aufzumachen ist komisch, zumal sie herzhaft in die Hose fasst und man automatisch die Arme runter nimmt. Anschnauzer, alles noch einmal. Fertig, das Handgepäck ist auch ohne Beanstandung da.

Denkste! Jetzt geht es erst richtig los. Herangewunken an eine Maschine, Schuhe aus. Laptop an. Das Gerät
fährt eine Zunge aus. Mit einem Gazestreifen wird die Innenseite der Lasche der leichten Sommerschuhe
abgerieben. Der Streifen kommt auf die Zunge, der Laptop wird bedient, der Streifen verschwindet im
Gaschromatographen. Nichts, kein Semtex, kein Sprengstoff. Gleiche Prozedur, gleiches Ergebnis mit dem
Fotokoffer. Das alles bei ca. 200 unfreiwillig zur Einreise gezwungenen Transitpassagieren nach dem
Überqueren der gesamten USA. Es kann nur einen einzigen Grund für diese Frechheit geben und die hat
nichts, aber auch gar nichts mit Sicherheit zu tun: Die Gaschromathografen sind teuer und müssen bezahlt
werden.

Die spinnen, die Amis. Die sollen sich Bitteschön mal fragen, warum sie kaum einer auf der Welt mag. Für den
Preis eines B-2-Tarnkappenbombers könnten sie vielleicht die Ursache dafür herausfinden. Keiner kann sie
derzeit bremsen und das wissen sie. Sie ignorieren ungestraft jede internationale Vereinbarung, jeden Vertrag,
den sie je unterschrieben haben. Kein schöner Land in dieser Zeit.

Ankunft San José. Costa Rica

Dicke Wolken im letzten Abendlicht über der Karibik, die Küsten Kubas sind aber zu sehen. Dann bescheint
die untergehende Sonne 10.000 Meter unter dem Flieger und 2.000 Meter über dem Meer die ersten
bauschigen, schneeweißen Passatwolken. Der Äquator kommt näher und das Urlaubswetter scheint
gesichert. 2.500 Kilometer und 2 Stunden und 40 Minuten südwestlich von Miami die Landung in Costa Rica.
Der Flughafen ist zerschlissen wie immer. Nein, der Teppichboden an der Gepäckausgabe ist neu.
Einreiseformalitäten? Keine. Stempel in den Pass und durch. Die Fahrt nach Jacó am Pazifik dauert 2
Stunden, obwohl es nur um die 100 Kilometer sind. Kurvenreich führt die Straße aus den Bergen herab ans
Meer. Die Straße ist gut aber schmal und Lastwagen sorgen an den vielen Steigungen für Stau. Genau nach
24 Stunden Reisezeit kommt endlich die Bar im Freien in Sicht. Gefühlte Temperatur: 55°C, gefühlte
Luftfeuchte: wie unter Wasser.

Aber der Februar 2004!
Und wie war es im Februar 2003?
Juan Santamaria International Airport
Alles wie gehabt. Nur in Amsterdam 7 Stunden Verspätung! Dafür gab es einen Verzehrbon der Martinair für 12,50 € - nicht gerade viel bei den Preisen auf Flughäfen.

In Miami war wieder Flughafendauerlauf angesagt. Dafür wurde man auch nach Schlangestehen digital fotografiert. Irgendwie haben die Amis das organisatorisch noch nicht richtig im Griff. Dafür haben sie aber viele Arbeitsplätze auf den Airports geschaffen und die Bürokratie in ungeahnte Höhen geschraubt. Ob es was nutzt?
Nun: Februar 2005

Es ist zwar erst September 2004 aber der Flug ist gebucht. Heißt es nicht: "Gebranntes Kind riecht schlecht!?" Nie wieder Miami! Lt. Internet fliegt die Martinair Montags über Orlando. Hoffentlich haben die das auch gelesen. Ein Rückflug ging mal über diesen kleinen Flughafen. Da sind sie selbst in der Nacht nicht so, so, so -amerikanisch!
Wieder ein nasskalter, feuchter Februartag, wieder die eiskalte Fokker 70 der KLM. Die ältere Dame in der
Reihe davor sah aus wie Rita Süßmuth. Als die Maschine in Amsterdam auf einer Außenpostition zum
Stillstand kam und die paar Leute im Flughafenbus waren, schaltete sie ihr Mobile ein, das auch sofort
klingelte. Sie meldete sich: "Süßmuth".

In Miami durfte das Gepäck nun im Flieger bleiben. Transitreisende kommen sich aber immer noch wie
Verbrecher vor, müssen, ob sie wollen oder nicht, einreisen, einmal um den Terminal rennen und wieder
ausreisen.
Costa Rica, Anreise 2006
Anreise, dieses Mal über Havanna. Alles besser? Denkste!
Die Boeing 767 war pünktlich beladen und kaum 30 min nach der geplanten Abflugzeit rollte die Maschine auch schon. Klar, die Andockplätze sind teuer in Frankfurt und werden gebraucht. Der Flieger rollte aber nicht lange. Warten auf die Enteisung. Aber warum zogen andere Flugzeuge vorbei und wurden vorgezogen, einundeinhalb Stunden lang? Der Grund wurde erst nach 10 Stunden und 50 Minuten Bummelflug nach Havanna beim Warten klar.

Die selbe Maschine am Vortag hatte 8h Verspätung, die Besatzung muss 14h Ruhepause haben und außerdem - so behauptete der Purser frech auf dem Weiterflug nach San José - waren die Straßen von Valdero zum Airport so voll und das Taxi habe so lange gebraucht. Toll, die paar hundert Passagiere können ja warten.

Warum das Flugzeug die Verspätung hatte, verriet der Vielquatscher auch auf direkte Nachfrage nicht. Reisende, die auf der selben Route in den 4 Wochen von Mitte Jan. bis Mitte Feb. 2006 im Hotel ankamen, berichteten immer nur von Verspätungen in diesen Größenordnungen. Und der Rückflug? Um 14:00 Uhr am Flughafen, um 17:00 Abflugzeit - um 23:00 der Start. Ein Brötchen, eine Cola!

Erstaunliches im Land der geknackten Koffer, in Cuba: Um Zeit zu sparen durften beim Betanken alle an Bord bleiben. Mit dem Jetstream im Rücken: einmal 1272 km/h, fast Schallgeschwindigkeit. Die Anschlussflüge in Frankfurt? Alle weg!

Die Boeing 767 fliegt wohl über den Atlantik wie ein Linienbus durch Berlin fährt: ununterbrochen. Auf dem Hin- und Rückflug die gleiche, wie es scheint äußerst reparaturbedürftige Maschine. Woran zu erkennen? An dem 2. Bildschirm in der Mitte der Luxusklasse - er leuchtet farbenfreudig, aber nur grün (nach 4 Wochen!), an der bräunlich vergilbten Toilettenbrille im mittleren WC nach Reihe 20 mit den geborstenen Scharnieren. An der Ansage auf dem Nachtflug zurück "...leider sind die Leselampen der Reihen 25 bis 45 ausgefallen....". An der nicht arretierbaren Rückenlehne auf Platz ..... echt, Condor: zum
Kotzen!

Von der Enge der Bestuhlung, vom falsch verteilten Essen (da hat man 4 Wochen "Arroz con siempre", also Reis wie immer, also mit Huhn, gegessen, da schafft man es das eine Mal auch noch!), von der Qualität, da erwartet man ja gar nichts mehr anderes! Na ja, schwimmen über den Teich soll ja noch unbequemer sein....
Dieses Mal nicht mehr der Ärger mit der Homeland  Security in Miami oder Orlando, nicht mehr mit den neuen Maschinen der Martin Air sondern mit der guten alten Condor. Dachte man. Was da noch stimmt ist - alt! Als die Condor noch gelb war - immerhin liegen Condor-Erfahrungen mit 25 Jahren Maledivenreisen vor - gab es höchstens Aufregungen, wenn die Tüten mit Erdnüssen nach dem Start eingespart wurden. Aber die Maschinen, ob die DC10 oder die neueren Flugzeuge flogen, waren proper. Condor, die
Tochter der Lufthansa.

Jetzt war die Condor blau. Thomas Cook stand überall drauf. Bei der Landung
Mitte Februar auf dem Rückflug in Frankfurt stand der Captain am Ausgang.
Auf die Frage: "Na, dieses Jahr schon einmal einen pünktlichen Flug gehabt?", lächelte er nur müde und eine genauso müde Stewardess flüsterte
leise "Wir werden ja wieder verkauft." GermanWings? EuroWings? Oder bald:
BrokenWings? Seit den Jahren in Südostasien oder in Lateinamerika: Man hat nie wieder in einer so klapprigen Maschine gesessen!

Aber der Reihe nach. Kritik wird ja wohl erlaubt sein. Die Thomas Cook AG ist einer der führenden Touristikkonzerne der Welt. Die Geschäftsanteile an der Thomas Cook AG werden zu jeweils 50 Prozent von der Deutschen Lufthansa AG und der Karstadt/Quelle AG gehalten. 06.03.2006
Jacó 2006
Die 4,5 km lange Bucht von Jacó sieht immer noch malerisch aus, morgens um 6:00, selbst mit 3 Kränen, die kommendes Unheil für den kleinen Badeort an der Küste des Ostpazifiks andeuten.
Jacó erlebt derzeit einen Bauboom ohnegleichen. Und nicht nur Jacó. Die ganze Küste rauf und runter wird alles
Land aufgekauft - von wem wohl? Jahrelang sah man unzählige Tafeln Land auf, Land ab: "Se vende". Das Land
war und ist richtig verarmt. 

Jetzt kaufen die Amis alles auf, bauen Supermärkte und leerstehende Ladenzeilen
auch in 2. Linie hinter der Hauptstrasse von Jacó z. B.
Das Lieblingsrestaurant direkt am Wasser mit dem gut gegrillten Rotbarsch vom sympathischen Wirt: verkauft. In Esterillo Oeste. In Dominical: kein Grundstück mehr zu haben an der Wasserlinie, sagt der Kioskbetreiber am Ortseingang; man kennt sich seit 5 Jahren.

In Golfito sind wir angesprochen worden von einem Amerikaner aus Florida mit russischen Akzent (wie Brad aus Washington DC unschwer feststellte): Wo gibt es im Land weissen Sandstrand?! Er will kaufen, kaufen, kaufen. Er komme gerade aus Panama. Wer da 200.000US$ investiert, meinte er, ist auf 10 Jahre steuerfrei. Aber leider sei schon alles Land aufgekauft. Und so sucht der russischstämmige Amerikaner vielleicht noch heute weiße Strände in Costa Rica. Wir haben ihn doof sterben lassen....
Sonnabend, 22. Januar 2006, 11:54 - Alle aus San Jose´sind da.

Lorem

Montag, 24. Januar 2006, 10:03 - Sie sind wieder weg.

Lorem

3 Stunden vorher fahren ziemlich reiche Amerikaner zum Hochseefischen - Sie kommen aus Herradura.
Neuer Super Mercado an der
Umgebungsstrasse von Jacó in landestypischer Leichtbauweise, erdbebensicher.

Baukräne bestimmen den Ort, 8- oder gar 10- stöckige Hotels am Strand seinen geplant, heißt es.

Mas x Menos (Ausgesprochen: „Mas por Menos“- “Mehr für wenig": Im Nov. 05 mal kurz abgerissen und wieder neue gebaut, größer, höher.

Neue Geschäfte und Restaurants selbst auf der heißen und unbeliebten Ostseite der Hauptstrasse: hier strahlt die
Nachmittagssonne rein.
Fiesta Imperial
Wenn eine der größten Firmen des Landes ruft, dann
kommen die Leute. Und neuerdings die Multis. Alles wird
derzeit in Costa Rica verscheuert. So dieser größte
Getränkebetrieb des Landes. Natürlich an die Amis: an
Pepsi!

Schon mal versucht, Rum mit Pepsi zu trinken? Igittigitt...
Und es wird immer voller, in den Straßen, am
Strand. Die Zeiten, wo der Strand morgens um
6:00 noch menschenleer war, sind endgültig
vorbei. Wenn gar der Getränkeriese Imperial
eine Strandfete macht, kommen 25.000
Besucher - wie La Nation am nächsten Morgen
schreibt - an den Strand. Mit all dem Dreck!
In den Bergen oberhalb von Jacó
Schlimm das Erlebnis in den Bergen hinter Jacó. Da führt eine breite Strasse im rechten Winkel zur Hauptstraße in die Berge, breit wie ein Rollfeld. Breit ist sie nur bis zur Umgehungsstraße wo links ein neuer Super gebaut wird.

Dann geht es in die Berge. Das Küstengebirge ist um die 350 Meter hoch, der Weg damals nur mit Vierradantrieb zu meistern, schmal, steil und glitschig. Nach einer halben Stunde Fahrt steil nach oben eröffnet sich ein grandioser Ausblick. Ein Trecker planiert den Gipfel. Vorher hatte der Farmer, oder Campesino, dort seltsame Wurzeln angebaut. Er steigt vom Trecker, erkennt die Touristen, zückt eine Karte mit Telefonnummern, und meint, wir sollten den Gipfel, das Plateau, kaufen.

Der Golf von Nicoya ist zu sehen und vier von den 7 Provinzen des Landes, erklärt er stolz. Lächerliche 60.000 US $ sollten wir weit gereisten Touristen wohl in den Taschen unserer Shorts haben. Später steigt er noch mal von seinem Fahrzeug und fragt artig, ob er mit seinem Photo-Mobile - "Handy" heißt so eine Knipse nur in Deutschland - ein Foto von unseren riesigen Fotoausrüstungen und Linsen machen darf, hätte er noch nie gesehen. Als wir weiter fahren, ist noch eine traumhafte Fläche, frisch planiert, zu sehen. Nur: es gib hier oben auf der Höhe (ca. 800 bis 1000m) weder Wasser noch Strom. Wetten, dass er die beiden Gelände mit den extra abgeholzten Tropenbäumen an einen Ami verkauft?

Nachtrag: 2007 lag das Gelände noch brach. Aber der kleine Weg hier hoch wird von Bulldozern breiter gemacht. ¡Que lástima! (siehe nächste Seite). Jetzt bekommt der Bauer bestimmt 1.000.000 US $ für dieses Baugrundstück! Noch ein Nachtrag: 2016 lag das Plateau immer noch so da. Vom Campesino keine Spur mehr.
Von dem schönen Bauplatz weist hier der Blick nach Südwesten auf den Golf von Nicoya. Links in der Mitte des Bildes ist das Ufer der Halbinsel Nicoya zu erkennen.
Hier der Blick nach Westen. Rechts der Mitte oben im Bild, das kleine geräumte Stück Erde: der 2. Bauplatz. In der Trockenzeit ist der Weg von Jacó mit dem 4Wheel mit einiger Übung prima in 40 min zu erreichen. Sollte wieder ein Erdrutsch sein, kann man in der gleichen Zeit mit einigem Glück der Straße folgen und in Tárcoles sein. Wenn es regnet, reicht ein leichtes Kettenfahrzeug wirklich aus - was hier 2006 mit leichter Ironie noch stimmte. Aber jetzt wird ja eine „Autobahn“  hier hoch gebaut...
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Hier der Blick nach Norden. Wer hier mal wohnt kann schon am Donnerstag sehen, wer am Sonnabend zu Besuch kommt...
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Hier der Blick nach Osten. Das Tal im Vordergrund gehört zum angebotenen Gelände dazu. Vor langer, langer Zeit wurden die so störenden wertvollen Bäume bis zum Horizont brutal abgeholzt. Der Bauer meinte, früher konnte man wegen der lauten Schreie der Brüllaffen hier oben gar nicht schlafen. Das Problem hat sich ja nun gelöst. Es stehen nur noch wertlose Gebüsche herum und die Hänge sind von Rinderhufen zertreten, so dass kaum noch Gras wächst.

Die Panoramaaufnahmen sind aus jeweils vier Bilder zusammengesetzt.

Romantisch das Bild im fahlen Licht der aufgehenden Sonne? Es zeigt aber die geschundene Landschaft, genau von dem oben erwähnten Bauplatz aus. Hier standen einst Bäume, der undurchdringliche Trockenwald der Küstenregion. Jetzt ist nicht mal mehr Krume für Gras da. Aber der Weg wird 2007 verbreitert und zur Straße ausgebaut.