1973
Los in San José. Wo das war? Weiß der Geier. Jedenfalls war die Hauptstadt ein trauriges Nest. Zu heute fast schon liebenswert.
Was man mit Wohnort Managua im Pass hier zu suchen hatte? Hier gab es einen deutschen Fleischer und eine deutsche Buchhandlung! Das alleine waren die 420 Kilometer Fahrt wert. (1 Liter Super kostete für zollfreie unter 0,10 DM)
San José - Porto Limón per Bahn
Und man konnte 1974 noch Abenteuer erleben.
Damals fuhr noch die Bananenbahn von San José nach Porto Limón. Die Strecke ziemlich wild und kurvenreich über die Berg runter an den Atlantik.
Die einspurigen Gleise der Schmalspurbahn (Capspur, 42“ = 1067 mm) von 1890 waren ausgeleiert, die Wagen in üblen Zustand.
Für die ca. 150 km lange Strecke brauchte der Zug fast 6 Stunden. Wenn die Bahn dann kurz vor dem Ziel durch die Bananenplantagen fuhr, war es 20°C heißer als in den Bergen und die Luftfeuchtigkeit hatte ihr Maximum erreicht, fast unerträglich.
Zurück ging es dann mit einer schicken, etwas aus der Mode gekommenen DC 3.
Seit Jahrzehnten wird wertvolles Tropenholz geschlagen. Jetzt gibt es keine wertvollen Bäume mehr.
Porto Limón 1974
Was will der Reisende nur in Porto Limón? Damals wie heute? Mal tropisches Klima erleben?
Dann sei ihm die Regenzeit empfohlen.
Verladung von Bananenkisten in Porto Limón 1974
Inkognito?
Zufälle gibt es! Da geht man zum ersten Mal im Leben am Pier von Porto Limón entlang und hört plötzlich von dem Bananendampfer herunter seinen Namen rufen. Die Mutter eines Schulfreundes war einer der 12 Passagiere an Bord.
Aber die Einladung kam vom Kapitän. Er lag schon 3 Tage hier. Die Chemikalien von Bayer mussten erst gelöscht und die gleich Menge Bananen in einzelnen Kisten mussten geladen werden. Ein Kilogramm Bananen benötigt schließlich ein Kilogramm Chemie. Einen Kontakt zur Mannschaft und zu den Passagieren hatte er verständlicher Weise nicht, aber ein Deutscher am Pier? Wie der wieder von Bord kam, weiß er bis heute nicht…
Die Story wäre längst vergessen, hätte man nicht 2014 an einer Hotelbar in Jacó einen Kapitän, der solche Schiffe nach Porto Limón gefahren hat, und seinen Bruder, der die Bananenladungen heute noch verkauft, getroffen.
Vulkan Irazú
Wem es in Costa Ricas Hauptstadt zu langweilig wird, der quält sich auf die 3432 m hier hoch - und starrt in den giftgrünen Säuresee. Und?
Das man von hier oben auf dem höchsten Vulkan des Landes den Atlantik und den Pazifik gleichzeitig sehen kann, erzählt man gerne den Touristen. Soll ja auch schon mal einer gesehen haben…
Die Aufnahmen sind von 1974. Da war man ziemlich alleine hier oben. Hat man einen dieser Vulkane irgendwo auf der Welt gesehen, reicht das fürs Leben.