Handbuch der Malediven

Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Ordnung der Kugelfischverwandten - Tetraodontiformes

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Teil 3: Noch Familie Kugelfische - Tetraodontidae
Schwarzpunkt-Kugelfisch  Arothron nigropunctatus 
(Bloch & Schneider, 1801)

E: Blackspotted puffer, F: Poisson-ballon à taches noires, J: Kokutenfugu , D: Koli

Größe: 20 cm, Tiefe: 5 m                                                 Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Nachtaufnahme ein Jahr vor El Niño

Zu Anfang des Tourismus auf den Malediven mit der Eröffnung des Flughafens in Hulule 1981 nannte ein jeder diese häufigste Kugelfischart Seehund-Kugelfisch. War ja auch irgendwie zutreffend.

Erst als es auch deutschsprachige Literatur gab, hielt man sic an den lateinischen Namen nigropunktatus, Schwarzpunkt-Kugelfisch. Passt natürlich auch. Alle Farbvariationen haben diese unregelmäßigen, schwarzen Punkte,
Graue Phase
Noch sehr hell und die schwarzen Punkte sind noch klein und wenig. Der Kugelfisch ist noch ziemlich jung.

Jedenfalls war der hier der kleinste, der vor die Linse schwamm.

Größe: 8 cm, Tiefe: 1 m         Vilamendhoo, Ari-Atoll, 2010

Nach eigener Erfahrung Scheit das Leben dieser Kugelfischart in der grauen Phase zu beginnen.

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m         Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1988

Er war der nächst Größte. Er spreizt seine Flossen ab als Zeichen für die Putzerfische. Sie mögen ihn doch endlich bedienen.

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m         Embudu, Süd-Male-Atoll, 2011

Das da beim Aufblasen Noppen zum Vorschein kommen, ist so nicht zu seien.

Alle drei Bilder zweigen den selben Kugelfisch.

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m         Embudu, Süd-Male-Atoll, 2011

Den vielen Fotos im Archiv nach zu urteilen scheint er in dieser grauen Phase nicht größer zu werden.

Aber auch die kleinen Grauen können sich zu ihrer Sicherheit mit Wasser kugelrund vergrößern. Dieser hier lässt gerade Wasser ab, um überhaupt die Flucht ergreifen zu können-

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m         Embudu, Süd-Male-Atoll, 2011

Seehund-Kugelfisch  Arothron nigropunctatus (Bloch & Schneider, 1801)

Vom  A. nigropunctatus gibt es sozusagen drei verschiedene Ausführungen: eine graue, eine blaue und eine gelbe - und viele Übergangsphasen. Bei der ersten Begegnung denkt wohl jeder, dass die unterschiedliche Färbungen Geschlechtsmerkmale oder eine andere Art wären. Nigropunctatus bedeutet schwarzgepunktet und so wird er auch Schwarzpunkt-Kugelfisch genannt. Tatsächlich haben die Arten, der Blaue wie der Gelbe und der Grau, unregelmäßige, mehr oder weniger große schwarze Flecken auf dem Körper. 


Der Seehund-Kugelfisch wird bis zu 33 cm groß. Er lebt von Muscheln, Schnecken und Krebsen die er mühelos mit seinen schnabelartigen Zähnen zerbricht. Auch beißt er mit seinem kräftigen Gebiss die Spitzen von Acroporakorallen ab und frisst die darin vorhandenen Korallenpolypen.


Diese Kugelfischart ist tagaktiv. An ruhigen Stellen im Riff kann man sie unter Korallen, gerne in Lederkorallen, nachts schlafen sehen. Aber auch am ziemlich bewegten Außenriff vor der kleinen Insel Veligandu Huraa konnte man ihnen begegnen. In den achtziger Jahren waren sie so zahlreich, dass man sie alle paar Meter am Riff sah. 


Mit ihren großen Augen schauen sie einen so richtig traurig an. Nähert man sich ihnen, machen sie nur ein, zwei Fluchtversuche und geben dann resigniert auf, schlucken Wasser, bis sie kugelrund sind und kaum noch schwimmen können. Ist die Gefahr vorüber, lassen sie das Wasser recht schnell wieder ab, und mit den kleinen Flossen hastig wedelnd, verschwinden sie in der Tiefe. Aber das Aufpumpen streßt die Fische sehr und man sollte es sein lassen.


Vorkommen: Indopazifik und im Roten Meer.

Gelbe Phase

Größe: 25 cm, Tiefe: 5 m                                                 Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Dieser Kugelfisch unterscheidet sich einzig und allein durch seine gelbe Farbe von den beiden vorher beschriebenen Varietäten. Schon von Weitem sind die so auffallend gelben Kugelfische am Riff zu sehen. Auf Kuramathi gab es noch Anfang der achtziger Jahre sehr viele. Leider sind sie an diesem total zerstörten Riff selten geworden. 

Es war damals ein leichtes, ihnen mit Maske und Flossen in die Tiefe zu folgen und sie vorsichtig mit der Hand zu ergreifen. Einen dieser gelben Kugelfische habe ich damals an mehreren Tagen mehrmals sehr vorsichtig mit der Hand gefangen. Ich erkannte ihn an einer Narbe in der Haut. Er merkte sehr schnell, dass ihm nichts geschah und flüchtete kaum noch, wenn er mich kommen sah. 

Allerdings wollte er, hatte ich ihn erst einmal in der Hand, sich nicht mehr zur ballonartigen Kugel aufblasen. Ließ ich ihn dann nach kurzer Zeit wieder frei, zog er fast brummig und mit vorwurfsvollem Blick von dannen. Wie unvernünftig man doch damals war! In älteren Büchern geistert diese Farbvariante übrigens als Gelber Kugelfisch  Arothron citrinellus Günther, 1870 durch die Literatur. Vorkommen: Indo-Westpazifik.

Größe: 20 cm, Tiefe: 5 m                                                 Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Größe: 20 cm, Tiefe: 5 m                                                 Embudu, Süd-Male-Atoll, 2011
Noch eine Übergangsphase. Fragt sich nur von wo nach wo. Ob sich der braue Rücken sich in die dunklere blaue Phase umwandelt?

Bei den beiden Bildern handelt es sich um den gleichen Fisch.

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m         Embudu, Süd-Male-Atoll, 2011

Stresssituation. Schwamm man damals nachts mit der Lampe am Riff entlang, kam es schon mal vor, dass ein Kugelfisch einem gegen die Stirn stieß. Man schaute ja nach unten.

Dann war es ein leichtes ihn mit den Händen zu fassen.

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m         Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1988

Blaue Phase

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m                 Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Auf allen 215 Bildern ist der Schwarzpunkt-Kugelfisch in der blauen Phase am größten.

Bild unten:

Früher war es mit Einsetzen der Dämmerung an der Riffkante immer am schönsten. Die Fahnenbarsche schnappten noch ein mal vor der langen Nacht wie wild nach Plankton.

Räuber schossen am Riff entlang. Warum aber der große, ausgewachsene Kugelfisch dort erschien, ist rätselhaft. Weder kann er mit seinem kleinen Maul und seinem langsamen Schwimmen keinen der kleinen Fische erbeuten, noch siebt er Plankton aus dem Wasser.

Jedenfalls war es die schönste Zeit am Riff als es noch in Ordnung war. Das kommt nie wieder.

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m         Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1988

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m                                                   Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1988

Größe: 30 cm, Tiefe: 5 m                                        Veligandu Huraa, Süd-Male-Atoll, 1990