Sanssouci
1750-1801
Sanssouci
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Skulpturen I

Skulpturen im Park von Sanssouci
„…. es gibt mehr als 4000 Skulpturen im Park von Sanssouci..." war die vollkommen durch schlechte Lautsprecher verzerrte Stimme der Stadtführerin auf der Pferdekutsche zu vernehmen, als sie südlich des Parks über die Geschwister-Scholl-Straße rumpelten.

Wer zählt da endlich mal nach?

Die Skulpturen sind mal einzeln stehend, mal in Gruppen wie im Französischen Figurenrondell, oft künstlerisch wertvoll wie dort, mal als Fassadenschmuck zu sehen. Immer sind sie wirkungsvoll arrangiert. Da steht weißer Marmor vor dunklen Blutbuchen wie bei den Brunnenwänden oder Sichtachsen führen auf sie zu.

Auguste Rodin meinte: "Nicht die Skulptur verschönert den Garten, sondern der Garten verschönert die Skulptur". Hier trifft es oft zu.
Die Große Fontäne
Rund um die Große Fontäne unterhalb des Schlosses, im "Gartenpaterre" und im Mittelpunkt der Hauptallee, sind normaler Weise 12 Figuren führender französischer Bildhauer des 18. Jahrhunderts aufgestellt. Bis 1842 gab es hier nur ein Wasserbecken. Erst mit der Errichtung des Wasserwerkes am Havelufer sprudelt die Fontäne.

Die 12 Figuren stellen die vier Elemente (Erde, Feuer, Wasser, Luft) da, die von acht Göttern (Apollo, Diana, Juno, Jupiter, Mars , Merkur, Minerva, Venus) umgeben sind. Alle Figuren stehen auf 1,31 Meter hohen, runden
Marmorsockeln.

Die ersten Figuren, Merkur und Venus, wurden 1750 aufgestellt. Sie wurden 1748 von dem französischen Bildhauer Jean Baptiste Pigalle geschaffen. Friedrich der Große bekam sie vom französischen König Ludwig XV. geschenkt als Gegenleistung für wertvolle Pferde, die er erhalten hatte.
Die 12 Statuen im Französischen Figurenrondell
September 2009
Mars (Gott des Krieges), wallende Kleidung und bellender Hund an der linken Seite. Geschaffen von: Francois Gaspard Adam, 1760, 1,84 m hoch.
April 2014
Merkur mit Flügelhut und Flügelschuhe, Kerykeious, Gott der Diebe, des Handels und der Reisenden. Götterbote, Sohn des Jupiter und der Nymphe Maia, Vater des Pan, des Daphnis, des Hermaphroditos, des Abderos und des Autolykos, Geschaffen von: Original: Pigalle, 1748.  Kopie: Heinrich Berges, 1840, 1,86 m hoch.
September 2009
Juno mit Pfau (Göttin der Geburt und der Ehe, Gattin Jupiters und damit Königen der Göttinnen), Attribut der Eitelkeit.
Geschaffen von: Francois Gaspard Adam, 1753, 1,87 m hoch.
April 2014
Venus auf einem Fels sitzend, rechts zwei Tauben. Göttin der Liebe und Schönheit, Tochter des Jupiter, (Adoptiv-) Tochter
(von Dione), Gemahlin des Vulcanus Geschaffen von: Jean Baptiste Pigalle, 1748, 1,89 m hoch.
September 2009
Jupiter und Io (Vater der Götter und Menschen), Zeus verbirgt die in eine Kuh verwandelte Io vor dem Zorn der Juno
Geschaffen von: Francois Gaspard Adam, 1758, 1,83 m hoch.
September 2009
Minerva (u.a. Göttin der Weisheit), mit Helm, Eule und Schild und Grenzstein Geschaffen von: Francois Gaspard Adam, 1749, 1,83 m hoch.
September 2009
Apollo mit Python (Gott der Poesie),
auf Felsen sitzend mit Fuß auf getöteter Python
Geschaffen von: Francois Gaspard Adam, 1752, 1,31 m hoch.
September 2009
Diana im Bade (Göttin der Jagd und des Mondes), mit liegendem Hund rechts am Bein Geschaffen von: Francois Gaspard Adam, 1752, 1,77 m hoch.
Die 4 Statuen der Elemente im Französischen Figurenrondell
September 2009
Element Erde: 
Ceres lehrt Triptolemos das Pflügen
Geschaffen von: Francois Gaspard Adam, 1758, 240 cm hoch.
September 2009
Element Luft:
2 Nymphen mit erlegtem Reiher
Geschaffen von: Lambert Siegesbert Adam, 1749, 236 cm hoch.
September 2009
Element Wasser:
Zwei Nereiden ziehen ein Netz mit Fischen und dem Tritonknaben aus dem Wasser. 1749 Lambert Sigisbert Adam; Sockelreliefs von Francois Gaspard Adam: die Oder (vorn), die Spree (hinten), kämpfende Meeresungeheuer (Seiten);
November 2018
Element Feuer:
Venus betrachtet den von Vulkan für Aeneas geschmiedeten Schild
Geschaffen von: Francois Gaspard Adam, 1756, 236 cm hoch.
Polyhymnia im Nordosten
Die vier Brunnenwände am Französischen Figurenrondell
Rechts und links an den Rampe zu den Terrassen zum Schloss Sanssouci stehen je zwei Brunnenwände aus weißem Carraramarmor. Zwischen ihnen die Große Fontäne des Französischen Figurenrondell. Wirkunsvoll sind sie 1848 vor dunklen Baumgruppen aufgestellt.

Jede dieser Brunnenwände hat eine Musenstatue, zwei Vasen und eine etwas überdimensionierte Badewanne - in die jeder Tourist neugierig reinschaut.

Die Statuen sind von Christian Daniel Rauch angefertigt. Es sind Kopien von antiken Vorbildern aus den 2. Jh. v. Chr.
September 2009
Polyhymnia im Nordosten
Polyhymnia wird immer als nachdenkliche, ernste Frau dargestellt.  Sie bringt den Schreibern Ruhm, deren Werke sie  sie für unsterblich hält. Sie ist eine der 9 Musen. Alle hat Zeus gezeugt. Ihre Mutter ist Mnemosyne.
Mai 2007
Auf der Weistseite südlich Urania, nördlich (rechts) Klio vor den Blutbuchen Klio
Oktober 2009
Klio

Klio ist ebenfalls eine der neun Musen. Sie steht für Geschichtsschreibung und Heldendichtung in der griechischen Mythologie. Meitens wird sie mit Papyrusrollen und mit Griffel dargestellt. Ihre Mutter ist auch Mnemosyne. Zeus war eben fleißig.
Oktober 2009
Urania

Sie ist die Muse der Astronomie. Ihre Attribute sind Himmelsglobus und Zeigestab. Der Name ist abgeleitet von Uranos, dem „Himmel in Göttergestalt. Die 1888 gegründete „Urania“ in Berlin trägt ihren Namen.
September 2009
Euterpe

Euterpe (gr.: Die „Erfreuende“) ist die Muse, die für die Tonkunst und Lyrik steht. Sie hält eine Flöte oder eine Doppelflöte (Aulos) in der Hand.