Schreiend kamen die Mädchen aus der Küche gerannt. Sie hatten an einem Besenstil diesen 12 cm langen Käfer entdeckt.
Erinnert das nach vorne gebogene Horn wirklich an einen Elefanten?
Erstaunlich ist jedenfalls, dass diese großen und schweren Käfer fliegen können, was sie bevorzugt nachts tun.
Elefantenkäfer
Genau so verwunderlich ist die beobachtete Tatsache, dass sie von Nektar oder den Säften verwundeter Bäume leben.
Vorkommen: An beiden Küsten vom Süden Mexikos bis Kolumbien.
Elefantenkäfer
Familie Bockkäfer - Cerambycidae
Harlekinbock oder Langarmbock - Acrocinus longimarus
(Linnaeus, 1758)
Harlekinbock - Acrocinus longimarus
In 50 Wochen an der Bucht von Jacó verirrte sich nur einer der Harlekinbock oder Langarmbock Acrocinus longimarus unwirklich großen und bunten Käfer in die kleine Hotelanlage.
Leute aus Jacó meinten, früher hätten sie sich nachts in der ganzen Bucht nicht vor ihnen retten können. Der hier war halb tot, war wohl gegen eine Scheibe gedonnert, hinter der Licht brannte. Da halfen auch seine Enterhaken nicht mehr.
Die Käfer haben max. eine Körperlänge von 7 cm. Sie leben auf Bäumen vom Süden Mexikos bis zum Norden von Argentinien. Blütenpollen und der Saft verletzter Bäume bilden ihre Nahrung. Trotz ihrer auffälligen Färbung sind sie auf Rinden oder auf Waldböden nur schwer auszumachen.
Harlekinbock - Acrocinus longimarus
Klsse: Insekten Insecta
Ordnung: Schnabelkerfe Hemiptera
Unterordnung: Wanzen Heteroptera
Teilordnung: Pentatomomorpha
Überfamilie: Pyrrhocoroidea
Familie: Feuerwanzen Pyrrhocoridae
.
Feuerwanze Pyrrhocoridae
Diese Familie umfasst etwa 340 bekannte Arten. Die Tiere sind für ihre auffällige rot-schwarze Färbung bekannt, die als Warnfarbe dient.
Feuerwanzen sind schlank-oval geformt und haben voll ausgebildete Flügel sowie kräftige Beine.
Feuerwanze Pyrrhocoridaesp.
Stamm: Gliederfüßer - Arthropoda,
Unterstamm: Tracheentiere - Tracheata,
Überklasse: Sechsfüßer - Hexapoda,
Klasse: Insekten - Insecta,
Unterkasse: Fluginsekten - Pterygota,
Ordnung: Hauptflügler - Hymenoptera,
Unterordnung: Taillienwespen,
Familie: Ameisen - Formicidae,
Unterfamilie: Myrmeciinae - Knotenameisen
Familie Ameisen - Formacidae
Blattschneideameise - Atta cephalotes
Blattschneideameisen
Alleine die Unterfamilie der Knotenameisen umfasst 3000 Arten und darunter viele Blattschneideameisen. Vor denen bekommt man Respekt, befasst man sich mit ihnen. Ein einmal ausgehobener Bau nahm einen Raum von 23 qm ein, war 5 m tief in die Erde gebuddelt, hatte mehrere 100 m lange Gänge, in denen mit den eingebrachten Blättern Pilze gezüchtet wurden. Die Ameisenstrassen reichten 800 m weit um den Bau. Wie schaffen das die kleinen Tiere? Das Geheimnis muss in Spezialisierung und in der Anzahl der Tiere liegen, denn die geht in die Millionen. Links einer der Eingänge zum Bau und unten eine der sauber gehaltenen Strassen. Unter jedem Blatt eine Ameise.
Blattschneideameisen im Garten sind ein ziemliches Übel. Der Jardinero pflanzte teure neue Büsche und am nächsten Tag war einer kahl und die Strasse der Ameisen verlief in Richtung des nächsten Busches. Also Kampfansage an die Ameisen. Wildentschlossen die Ameisenstraße verfolgt - das kann doch nicht wahr sein! Die kleinen Tiere schleppten die Blätter fast 500m durch das Gelände zum Bau! Dieser ist aber bis zu 5 m tief und 2 Millionen Tiere töten? Der Gärtner wusste aber Rat und unterbrach nur den Weg weit vor dem Haus, indem er eine übel riechende Brühe darauf ausgoss. Es half für lange Zeit.
Ameisenautostraße
Ameisenschaden
Schwertransportarbeiter
Ein gewaltiger Vorrat der letzten Stunden
Blattscheideameise mit Ixorablüte
Teamarbeit
Blattscheideameise brauchen nicht lange, um einen Busch von ziemlicher Größe leer zu fressen
Diese Blattscheideameise hat Herbert Geisler versucht mit einer Lumix einzufangen. Aber die stehen nie still. Schwierig.
Ameisenautobahn
Klasse: Insekten - Insecta,
Unterkasse: Fluginsekten - Pterygota,
Ordnung: Hauptflügler - Hymenoptera,
Familie: Ameisen - Formicidae,
Unterfamilie: Paraponeriae
Familie Ameisen - Formacidae
24-Stunden-Ameise - Paraponera clavata (Fabricius, 1775)
Woher der ungewöhnliche Name kommt? Es ist der schmerzhafteste Stich den ein Mensch bekommen kann. Und der Schmerz läßt erst nach 24 Stunden nach. Er fühlt sich an als verbrenne man bei lebendigen Leib.
Sie wird auch Tropische Riesenameise (engl. Bullit Ant) genannt und ist die größte der Welt. Die Art lebt in Süd- und Mittelamerika. Urs Stirnemann aus der Schweiz hat sie an der südlichen Atlantikküste in Costa Rica aufgenommen.
Der bevorzugte Lebensraum ist der Tiefland-Regenwald. Kein Wunder, dass ich sie nie an der Pazifikküste gefunden habe. Da wachsen an stelle des Waldes nur noch Ölpalmen. Die Ameisen werden 2,5 cm groß.
24-Stunden-Ameise - Paraponera clavata
Stamm: Gliederfüßer - Arthropoda,
Überklasse: Sechsfüßer - Hexapoda,
Klasse: Insekten - Insecta,
Unterklasse: Fluginsekten - Pterygota,
Ordnung Termiten - Isoptera
Termitenbau in einer Ölpalmenplantage südlich von Parrita
Auf der Erde leben ungefähr 3000 Termitenarten. Die meisten Termiten bewohnen die heißen Teile Afrikas und Amerikas zwischen den 40. Breitengraden nördlich und südlich des Äquators. Wir in Mitteleuropa haben Glück, hier gibt es keine.
Man unterscheidet niedere und höhere, im Laufe der Evolution weiter entwickelte Termiten. Die Niederen Termiten leben ausschließlich von Holz. Gemeinerweise fressen sie es von innen auf und lassen die Oberfläche unbeschädigt. Zwar kann kein Insekt Holz direkt aufzuspalten und verdauen. Sie haben dafür einen modifizierten Enddarm, indem in einer Gärkammer Flagellanten und Bakterien diese Arbeit übernehmen, die symbiotisch mit ihnen zusammenleben.
Höhere Termiten leben von Humus oder auch, wie die Blattschneideameisen, von auf vorverdauter Nahrung gezüchteten Pilzen. Ihr stark verlängerter Darm besitzt viele Kammern um mit der chemisch komplizierten Nahrung mit Hilfe von Bakterien fertig zu werden.
Die Termitenbauten sind sehr unterschiedlich. Sie werden entweder, wie im Bild oben, direkt auf dem Boden oder in Bäumen angelegt. Sie fressen die Bäume regelrecht von innen auf und kleiden die Gänge mit Kot aus. Die Bauten werden zum Schluß auch außerhalb des Baumes fortgeführt (Bilder unten).
Termiten bilden Staaten mit bis zu 3 Millionen Tiere die eine strikte Arbeitsteilung haben. So kümmern sich Arbeiter um den Bau und die Instandhaltung und um die Brutpflege. Soldaten verteidigen das Volk. Zahlenmäßig geringere geflügelte Termiten sorgen für den Nachwuchs. Die Königin ist ein befruchtetes Weibchen ohne Flügel mit enorm erweitertem Hinterleib und mit einer riesigen Anzahl an Eiern.
Termitenbauten in/an Bäumen sind in Costa Rica häufig zu sehen
Ein Schwarzer Leguan hat es sich auf einem Bau der Termiten bequem gemacht
Stamm: Gliederfüßer - Arthropoda,
Überklasse: Sechsfüßer - Hexapoda,
Klasse: Insekten - Insecta,
Unterklasse: Fluginsekten - Pterygota,
Überordnung: Neuflügler - Neoptera,
Ordnung: Hautflügler - Hymenoptera,
Unterordnung: Taillienwespen,
Familie Faltenwespen - Vespidae
Wespen
Ist es ein Wespennest? 61 Wespenarten gibt es auf der Welt, 11 davon bei uns. In der Nähe des Baues am Ufer des Rio Tárcoles brummte es jedenfalls auf furchterregende Weise. Schlanke, schmale Tiere mit dünner Taille ließ sofort an Wespen denken. Angegriffen haben sie nicht.
„Killerbienen "
Da sitzt man nichts ahnend bei Licht an der offenen Bar und ein Insekt kommt angebrummt. Zielstrebig und schnurgerade fliegt es heran und - sticht zu. Nur so. Keine Chance der Abwehr. Der Barkeeper hat schon einen Eiswürfel in der Hand, wenn er nur das Brummen hört. Einen trifft es immer, jeden Abend.
Und sofort ist das Wort "Killerbienen" fachmännisch in aller Munde. Dabei sollte man besser "Afrikanisierte amerikanische Honigbiene" sagen.
Vor der Ankunft der Europäer gab es auf dem amerikanischen Doppelkontinent keine Bienen. Da aber die mitgebrachten europäischen Bienen im tropischen und auch im subtropischen Klima keine Leistungen erbringen konnten, wurden sie mit afrikanischen Bienenvölkern gekreuzt. Diese neuen Arten kamen mit dem Klima nun viel besser zurecht und brachten es auf eine Honigmenge von 60 - 80 kg pro Volk und Jahr.
Doch leider ist da einiges schief gelaufen. Der Bienenzüchter Warwick Estavam Kerr brachte 1956 für das brasilianische Agrarministerium die Bienen aus Afrika mit. Dummerweise entkamen einem Angestellten 36 Bienenvölker mit der Königin in die Freiheit. Dort mussten sie sich behaupten und man nimmt an, dass sie erst dadurch die Aggressivität bekamen.
Sie breiteten sich mit rasender Geschwindigkeit von 500 km pro Jahr aus und haben heute den ganzen Kontinent erobert. Ein Scharm besteht aus einigen 10.000 Tieren. Sie verfolgen ihre Opfer viel hartnäckiger als unsere Bienen. 500 Stiche können für ein Kind und 1000 für einen Erwachsenen tödlich sein. In Brasilien sterben jährlich etwa 200 Menschen an den Stichen, vor der Einkreuzung waren es 25
Zwar sind die Bienen heute nicht mehr ganz so aggressiv weil die extremsten Arten weggezüchtet worden sind, aber die lahmen europäischen Bienen will keiner mehr haben: Brasilien steht weltweit an 3. Stelle der Honigproduktion!.
Blaue Lehmwespe Chalybion californicum
Blaue Lehmwespe Chalybion californicum
Die Blaue Lehmwespe ist metallisch-blau, der oft schillernd wirkt. Sie hat einen schlanken Körperbau mit langen Beinen. Ursprünglich stammt diese Wespenart aus Nordamerika, hat sich jedoch durch den Menschen auch in anderen Regionen verbreitet. Sie ist eine Solitärwespe, was bedeutet, dass sie keine großen Staaten bildet, sondern alleine lebt und nistet. Sie nutzt oft verlassene Nester von anderen Wespenarten, besonders von Lehmwespen oder baut eigene Nester aus Lehm.
Diese Wespe ist bekannt für ihre Vorliebe für Spinnen, insbesondere Springspinnen, die sie fängt, lähmt und als Nahrung für ihre Larven in die Nester legt. Durch das Jagen von Spinnen hilft die Blaue Lehmwespe, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten. Für den Menschen ist sie in der Regel harmlos und sticht nur, wenn sie sich bedroht fühlt.