Italien
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Toskana

Siena

Blick über Siena
Siena liegt ziemlich genau in der Mitte der Toskana. 54.000 „Senesi“ leben in einer mittelalterlichen Stadt, die geprägt ist von italienischer Gotik. 

Trotz der 20.000 Studenten an der Uni von 1240, scheinen alle nur ein Ziel zu haben, die Rivalität zu Florenz hochzuhalten. Florenz mit seinen vielen großen Bauten im Renaissance-Stil, sieht wohl doch noch mehr Touristen an. 
Steineichen an der Stadtmauer von Siena
Der Wohnkompfort sieht ja doch etwas mittelalterlich aus
Große Höhenunterschiede in Siena
und keinen einzigen Radfahrer
Endlich ein Laden den man so dringend braucht
Über den Dächern von Siena
Ziemlich alte Gemäuer
Nicht schlecht wie man hier leben kann
Dom zu Siena
Die seltsamen Proportionen des Domes zu Siena im Gegenlicht
So schnöde einfach DOM zusagen, reicht natürlich nicht. Der richtige Name ist

Cattedrale Metropolitana di Santa Maria Assunta

Die Mutterkirche ist mit das bedeutendste gotische Bauwerk Italiens. Das Langhaus aus dem Anfang des 13. Jhdt. ist noch im romanischen Stil erhalten. Immer wieder wurde im 14. Jhdt, an dem Dom gebaut, um mit Florenz mithalten zu können. Aber die Pest machte die Pläne, die größte Kirche der Welt zu bauen, zunichte.
Der Dom von Siena
Domportal
Die Mauern bestehen aus Ziegelstein und sind mit weißem und dunkelgrünem Marmor verblendet
Die Fenster muten sehr modern an
Erwartet man mehr Pracht?
Geht es da zur Piccolomini-Bibliothek?
Piazza del Campo
Piazza del Campo
Palazzio Pubblico mit dem Turm Torre del Mangia am der Piazza del Campo
Schon zur Zeit der Etrusker, so 500 v. Chr. wurde das abfallende Gelände zum Sammeln von Regenwasser genutzt.


Da aber zwei Fernstraßen hier durch kamen, entstand um 1170 „der  Campo“, der Marktplatz.

Was in Italien auffällig ist: hier ist keine Kirche, sondern das Rathaus. Es steht an der tiefsten Stelle, Erst Mitte des 14. Jhdt.  wurde der Platz in 9 Segmente gepflastert. 

Siena als keine Bergstadt hatte immer Probleme, vor allem im Sommer, mit Wasser versorgt zu werden. Erst 1342 konnte eine 25 km lange Wasserleitung gebaut werden.

So konnte man um 1400 den Brunnen hinter der Mauer bauen., den Fonte Gaia (Brunnen der Freude).

Die Fassaden der Randbebauung des Platzes wurde ab 1861 wieder wie im Mittelalter hergerichtet.

Es sind 20 Gebäude. 15 davon wurden wirklich ab 2017 von einem Investor gekauft. Aus Kasachstan! Bestimmt war der mit Stutenmilch so reich geworden! Ist doch üblich in solchen Ländern.

Nein, keine Kirche! Das ist das Rathaus.
Nein, keine Kirche! Das ist das Rathaus.
Ob das hier anfallende Regenwasser früher mal Zisternen gefüllt hat?
Rund um den Platz sind viele Restaurants angesiedelt, so richtig mit „Touristenfängern“ vor der Terrasse. Wirklich nur 100 m vom Platz weg in den Wohnviertel bekommt man besseres Essen für die Hälfte des Preises sogar mit einem Glas Wein dazu. 

Aber das weiß ja ein erfahrener Reisende sowieso.
Ist bestimmt Weltkulturerbe
Selten so wenig Touristen hier. Lag am Regenschauer.
Wer kommt schon darauf, das 15 von 20 Häuser hier einem Kasachen gehören
Das Pferderennen - Palio di Siena
Dieser zentrale Platz in Siena, der bereits 1169 erwähnt wurde, hat für Italien etwas ganz außergewöjnliches: keine Kirche. Wie erholsam.

Ursprünglich war er mit seinem natürlichen Gefälle dafür angelegt, das Regenwasser abzuleiten. Da sich hier 2 Fernstraßen kreuzten, wurden Märkte abgehalten und die weltlichen Feste gefeiert. An der tiefsten Stelle wurde dann das Rathaus gebaut. So musste der Trum besonders hoch werden, um die Stadt überragen zu können. 
Weltberühmt ist der Campo natürlich durch die beiden jährlichen Pferderennen, die zu den härtesten der Welt zählen. 

Jeweils am 2. Juli und am 16. August findet das Palio di Siena statt. Und das schon seit dem Mittelalter. Palio bedeutet im italienischen ein Wettkampf zwischen benachbarten Gemeinden. Hier sind es die 17 Stadtteile (Contraden) von Siena. Deren bunte Flaggen sieht man überall in den Straßen.
Die Regeln sind kompliziert. Je ein Reiter und ein Pferd vertreten in bunten Farben ein Contrade. Immer nur 10 nehmen jährlich wechselt an den Rennen Teil - natürlich zu Ehren einer Madonna und Maria.

Die Reiter kommen nicht unbedingt aus den Stadtteilen, sondern sind professionelle Jockeys. Man hält 60 Halbblüter vor, die letztendlich per Los zugeteilt werden. Die Pferde werden ohne Sattel geritten. Nach komplizierten Zermonien und Regeln und nach einem historischen Umzug vorweg mit vielen Fahnen und historischen Kostümen, folgt irgend wann mal der Start, natürlich ebenfalls furchtbar kompliziert.

Dann geht es 3 Runden um den Platz, jede Runde inetwa zu 100 Sekunden. Das Pferd, das zu erst im Ziel ist, siegt, ob mit Reiter oder ohne. Es muss aber noch das Diadem auf der Stirn haben.

Der große Verlierer ist der Zweitplazierte, nicht etwa der Letzte. Dafür feiert der siegreiche Stadtteil schon mal mehrere Wochen.

Die Rennbahn über den d-förnigen Platz ist 7,50 m breit und 300 m lang. Eine festgestampfte, 20 cm hohe Schicht aus Tuff und Sand bildet den Untergrund. 
Sechs Wochen nach dem Renne hängen die Flagen noch im Wind
Flaggen von Stadtvierteln