Sanssouci
1750-1801
Sanssouci
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Römische Bäder

Römische Bäder - Außenansichten, Südseite
Dezember 2013
Ansicht der einer italienischen Fabbrica nachempfundenen Römischen Bäder im Winter
Eines vorweg: In den Römischen Bädern wurde nie gebadet. Genauso wenig, wie im Chinesischen Teehaus nie Tee gekocht wurde. Der italienbegeisterte Friedrich Wilhelm IV. steuerte viele Ideen zu der in römisch-altitalienischem Stil letztendlich von Karl Friedrich Schinkel entworfenen Anlage bei. 

Das Ensemble ist einer italienischen Fabbrica nachempfundenen, einer umfriedeten „Fabrik“ mit Wohnmöglichkeiten.

Sie wurde im Anschluss an der Fertigstellung des Schosses Charlottenhof (1826-1829) in den Jahren von 1829 bis 1840 errichtet. Die Bauleitung hatte der Schinkelschüler Ludwig Persius.
April 2014
Die alles beherrschende Blutbuche Favus sylvatica f. pupurea auf der Insel im Maschinenteich vor den Römischen Bädern.
Hängebuche
Brücke zur Insel und 
Römische Bäder
Sumpfzypressen
November 2014
Dezember 2013
Es ist das Lieblingsbild aus dem Park Sanssouci. Nebel ist relativ selten, aber am 2. Dezember war er sehr dicht. Erst kurz vor Mittag hatte sich die Sonne durchgekämpft und es zeigte sich sogar ein winterlich-blauer Himmel. Ein schwieriges Licht für eine Digitalkamera. Die RAW-Aufnahme sieht schlimm aus. Erst dezente Nachbearbeitung bringt ein brauchbares Ergebnis. Ausgedruckt auf Fine-Artpapier sieht es aus wie ein Gemälde.
September 2009
Umgeben wird der Komplex auf der Süd- und Ostseite von einem künstlich unter Peter Joseph Lenné angelegten See, dem Maschinensee. 

Die Blumenschale ist aus Granit. Sie wurde 1826 von Christian Gottlieb Cantian geschaffen und stand erst am Schloss Charlottenburg in Berlin. Sie wurde dann 1840 unweit von hier im Park Charlottenhof ausgestellt ehe sie 1843 auf diesen Sockel ihren endgültigen Standort fand.

Auf dem gemauerten Sockel stand eine Dampfmaschine , die die Gewässer um das Schloss Charlottenhof in Bewegung hielt. Die  Dampfmaschine wurde 1923 abgerissen. Es mag nicht schön ausgesehen haben, wird aber die bewunderte Sensation in der damaligen Zeit gewesen sein.

Die weniger besuchte Anlage erinnert wirklich an Italien, zumindest bei warmen Sommerwetter. Alles strahlt eine Leichtigkeit aus und zeugt von dem Können Friedrich Wilhelm IV. und Karl Friedrich Schinkels sowie die gelungene Ausführung von Ludwig Persius.

Die Perspektive auf dem Bild oben täuscht etwas. Sie ist mit einem starken Teleobjektiv gemacht. Zwischen der Mauer und dem Laubengang liegt noch der Garten (s. weiter unten).
Römische Bäder - Außenansichten, Westseite
Mai 2010
September 2009
Das Gärtnerhaus (1829-1830) und das Gärtnergehilfenhaus (1832) passen sich im italienischen Landhausstil harmonisch in das Ensemble mit vielen Arkaden und Pergolen und dem kleinen Garten ein.
Auf der Rückseite (Westseite)des Teepavillion ein Tempel mit einer Büste von ?
September 2009
Polyedrische (vielflächige) Sonnenuhr aus Sandstein vor dem Eingang zu den Römischen Bädern im Park Sanssouci.

Die Sonnenuhr ist als Kopie 1795 angefertigt, aber erst 1834 hier aufgestellt worden.

Das Original von 1740 steht im Garten des Schlosses in Schwerin.
Römische Bäder - Außenansichten, Nordseite
Mai 2014
November 2011
Auf dem Gelände zwischen der Meierei und den Römischen Bädern ist es genau so sumpfig wie auf der Ostseite. Deswegen stehen auf diesen beiden Seiten auch Sumpfzypressen, nicht gerade einheimische Bäume für unsere Breiten. Die Gärtner pflanzen hier Rhizinus, Mammutblatt und Lilien an. Das gibt dem nicht so häufig besuchten Garten ein ziemlich exotisches Flair.
September 2009
September 2009
Oktober 2010
Oktober 2010
Römische Bäder - Außenansichten, Ostseite
Säulengang ist nicht zugänglich.
September 2009
Die Kolonnaden auf der Ostseite sind nicht zugänglich. Unschwer zu sehen, dass hier noch einiges zu tun ist. Hoffentlich reicht das Geld.

So dicht an das Wasser heranzukommen, ist nur im Sommer möglich und zwar Barfuß. Die Wiese unter den Sumpfzypressen  lassen erahnen, warum hier Sumpf- Zypressen wachsen.
September 2009
September 2009
Römische Bäder - Große Laube
September 2009
September 2009
Die Tischplatte war ursprünglich aus Eichenholz. Sie wurde 1843 durch eine aus Marmor ersetzt.
September 2009
Im Eingangsbereich  der Großen Laube sind viele Details zu entdecken, man kann sich gar nicht satt sehen an all den Figuren und Reliefs. Der Butt spuckt sein Wasser in eine Schale der Mördermuschel Tridacna gigas. Der Butt wurde 1833 von Daniel Christian Rauch geschaffen und aus Zink hergestellt. 1982 wurde er mit einem Nachguss aus Bronze in Lauchhammer  erneuert.

Auf den Malediven ist diese Art nicht mehr zu finden und hier liegt sie seit bald 200 Jahren herum. Sie ist einmal durch die Größe und dann durch die  sehr großen Wellen zu erkennen. Die Muschel kommt hier auf diesen Seiten in das „Handbuch der Malediven“. Schließlich hat man nach der größten Muschel der Welt 29 Jahre lang unter Wasser gesucht…
September 2009
Mai 2010
Zierkohl
September 2009
September 2009
September 2009
So viel Mühe sich Kronprinz Friedrich Wilhelm. später König  IV. und Schinkel sich bei der Planung auch gegeben haben mögen, in einem Punkt haben sie sich schwer geirrt: Beim Wetter.

Die Große Laube hat den Eingang nach Westen. Die Sonne scheint also spät rein. Seitenwände und Dach sind offen. 

Es zieht immer, ist kalt, dunkel  und feucht, dass nur Farne gedeihen. Die Gärtner haben ihre liebe Mühe, den Zierkohl kunstvoll über die Rinden zu bringen und ein paar Blumen am Leben zu halten. Für die Sommerhitze in südlichen Gefilden mag es ja ideal sein, aber hier?
Angeblich soll ja Seine Majestät diesen Kentaurensarkophag aus Marmor eigenhändig ausgegraben haben. Jedenfalls hat er ihn von seiner ersten Italienreise 1828 von den eleysischen Feldern (kommt einem ja aus Paris bekannt vor: Champs-Elysées) bei Neapel mitgebracht.
Herkules Farnese. Den Beinamen hat der Halbgott nach dem Ort wo er in der Neuzeit ausgestellt war. Das knapp 3 m hohe Bronzeoriginal  ist verloren gegangen. Sie wird dem griechischen Bildhauer und Erzgießer Lysipp zugeschrieben der in der 2. Hälfte des 4. Jh. v. Chr. lebte. Eine römische Marmorkopie war erhalten geblieben.

Wie bekannt er in der Antike war liess sich an rund 200 Kopien in allen Größen alleine im Römischen Reich ablesen.

Sein Ruhm erreichte er auch dadurch, dass er seine Figuren so darstellte wie er sie sah und nicht wie sie sein wollten.

Man beachte den viel zu kleinen Kopf des Muskelmannes, der sich auf seine Keule abstützt und die leicht verdrehte Körperhaltung.
Zwei Dyonysoshermen tragen das Dachgitter. Sie wurden 1832 und 1833 nach antiken Vorbild von Karl Henrich Möller (einem Schüler von Christian Daniel Rauch) geschaffen.

Dargestellt sind Pilas und Oinodotes, dem griechischen Weinschenk.
September 2009
Diabolisches Grinsen...
Sieht der alte Römer nicht
zufrieden aus?

Der Entwurf der  zwei Satyrmasken aus Terrakotta werden Christian Daniel Rauch zugeschrieben (1834?).
September 2009
Zwei antike Säulenfragmente oberhalb des Butt am westlichen Eingang
September 2009
Römische Bäder - Garten
September 2009
Da die Innenanlage nicht frei zugänglich ist, konnten sich die Gärtner mit allerlei exotischen Gewächsen austoben - eine wirklich sehenswerte Gartenanlage.

Aber warum man hier nun plötzlich seit ca. 2014 3€ Eintritt zahlen muss, ist bei allem Verständnis für die ewige Finanznot nicht  der Schlosser und Gärten nicht nachzuvollziehen. Das ärgert! Parkeintritt ist vom Tisch weil das Land eine Million mehr gibt. Für die paar Quadratmeter reicht es nicht?
September 2009
September 2009
September 2009
September 2009
September 2009
September 2009
Zwischen dem Hofgärtnerhaus und dem Teepavillon steht eine Statue eines Knaben als Togatus (lat. römischer Bürger im Friedensgewand - der Togaträger war gezwungen würdevoll zu schreiten. Sonst wäre die kunstvoll gebundene Toga verrutscht.).

1842 wurde sie von Heinrich Berges angefertigt. Das Original steht im Antikenmuseum als Torso. Hier wurde die Figur ergänzt.
September 2009
Also das wird kompliziert, genau wie die Suche nach dieser Figur.

Es ist ein Bronzenachguss von 1980. Nach einer Bronze des 19. Jhs. Die hatte ihr Vorbild in einer antiken Bronze, die um 150 v. Chr. in der casa del fauno gefunden wurde. 

Hier steht sie auf einem römischen Sockel aus Marmor mit einer Inschrift aus den 1. Jh. Als der Sockel im 19. Jh. ergänzt wurde. hat man sich bei der Inschrift vertan.

So, Tanzender Faun, tanze weiter.
Römische Bäder - Teepavillon
September 2009
Der Teepavillion
September 2009
September 2009
Römische Bäder - Innenräume
September 2009
Der erste Raum in den Römischen Bädern wird hier Atrium genannt. Aber in einer römischen Ville wäre das der offene Innenhof und der Raum hier der Empfangsraum. Die  Stile sind etwas durcheinander geraten. Das ganze Ensemble zeigt mehr die Italienaffinität der preußischen Herrscher als einer römischen Villa oder einer Terme klar nachzubilden.
September 2009
Selten nur gibt es so große Jaspissteine aus der die grüne Wanne in einem Stück gefertigt ist. Jaspis ist verwand mit Bergkristall. Die Wanne ist ein Geschenkt von Zar Nikolas !. am König Friedrich Wilhelm IV.
September 2009
September 2009
September 2009
September 2009
November 2011
Lange hat die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg das Fotografieren im Inneren verboten hat - trotz 4 € Eintritt um 2014 für die Bäder.

Vielleicht hat man jetzt gemerkt, dass jeder Besucher ein Smartphone dabei hat und man es nicht mehr kontrollieren kann.

Gut, seit einiger Zeit kann jetzt eine Erlaubnis zum Fotografieren gekauft werden. irgendwie fühlt man sich in der schönen Umgebung des Park Sanssouci nur noch abgezockt.