Berlin
6
/ 85
Von der Siegessäule zum Fernsehturm
Brandenburger Tor
Quadriga
Ist das nicht lustig? So eine verzerrte Perspektive!
Um so eine Aufnahme ohne Leute hinzubekommen, muss man früh aufstehen, auch wenn es kalt ist: minus 4°C am 04. April 2003, 8:00 Uhr.
Morgens um 8 ist die Welt noch in Ordnung. Der Pariser Platz hat noch seine Würde. Hinter dem
Brandenburger Tor rauscht leise der morgendliche Berufsverkehr, selten hastet ein Passant über das
schöne Pflaster an diesem kalten Aprilmorgen. Die Sonne bescheint das Tor mit weichem Licht optimal.
Es dauert nicht mehr lange und mit der Ruhe und der friedlichen Stimmung ist es vorbei.
Dann kommen die Touristen. In ihrem Gefolge erscheinen dann wie Schmeißfliegen hinter der Mistkarre
Typen in den idiotischsten Verkleidungen, um sich gegen Geld vor dem historischen Wahrzeichen mit
den Touris fotografieren zu lassen - und die zahlen auch noch dafür! Scheinbar reicht das Tor in einer
disneysierten Welt als Fotomotiv nicht mehr aus. Schade.
Gut, heute sind wir an hohe Gebäude
gewöhnt. Wir empfinden das Tor mit
seiner Höhe von 26 Metern, einer
Breite von 65,5 und einer Tiefe von 11
m nicht mal als gewaltig.
Aber der Mensch von 1791? Der, der
gerade aus dem tiefbewaldeten
Tiergarten kam? Der warf den Kopf in
den Nacken und staunte wie Sie, als
Sie das erste Mal in New York waren.
Rundherum gab es ja nichts
vergleichbar großes.
Und da, wo die beiden Figuren stehen,
wäre er sofort weggejagt worden. Die
mittlere und breiteste Durchfahrt war
nämlich nur von der königlichen und bis
zur Abdankung Wilhelm II. im Jahre
1918 von der kaiserliche Familie zu
benutzen.
Eine Ausnahme galt für den General
Ernst von Pfuel und seine Familie. Er
war Kommandant des preußischen
Sektors von Paris beim Sieg über
Napoleon.
Brandenburger Tor 1764
Wie imposant müssen die Säulen 1791 gewirkt haben!
Das alte Brandenburger Tor bestand nur aus zwei niedrigen Pfeilern und
einem Wach- und einem Zollhaus. Es wurde 1788 abgerissen. Am 16.
August 1789 fand in der Akademie der Künste eine Tagung statt, auf der
der Minister Johann Christoph von Woellner (1732-1800) einen
Verschönerungsplan für die Residenzstadt vorstellte.
Der studierte Theologe war bei König Friedrich II. ("Der Große" oder der
"Alte Fritz") in Ungnade gefallen, weil der die Frau nach dem Tod seines
ehemaligen Arbeitgebers - dort war er Hauslehrer -, General August
Friedrich von Itzenblitz, heiratete und der König diese "Mesalliance" nicht
duldete.
Aber der Nachfolger des Königs, Friedrich Wilhelms II., erhob ihn doch in
den Adelsstand und ernannte ihn zum Geheimen Kriegs-, Finanz- und
Domänenrat und zum Oberhofbau-Intendanten. 1788 war nun von
Woellner, Staats- und Justizminister und Chef des geistlichen Departments.
Was sagte Friedrich II?: " ...ein hinterlistiger und intriganter Pfaffe..."
Na, viel hat sich ja in der Politik im Allgemeinen und in Berlin im
Besonderen nicht verändert. Heute wäre der Freimaurer und Logengründer (Rosenkreuzler) in der CDU und, wenn es ihm zu heiß geworden wäre, ließe er sich nach Europa versetzen.
Erstaunlich: Ende Septeber 2007 gab es noch keine Schießbudenfiguren auf dem Pariser Platz.
03. Dezember 2006, 17:59 - Canon EOS 5 D - Canon Zoom Lens EF 24-105 mm (35 mm) - 1:4-5,6 IS,
UMS; f4; 1/10 sek, ISO 400
Aus ungewohnter Perspektive: Vom Hochhaus am Potsdamer Platz durch ein 800-mm-Tele gesehen
11. Dezember 2015, 8:00 Uhr
In den Tordurchgängen sind hochoben Reliefs zu sehen - und schwer zu fotografieren
Quadriga
Die Quadriga kommt aus dem Westen, um den Sieg über Frankreich zu verkünden
03. Dezember 2006, 18:03