Handbuch der Malediven



   Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Wird gerade aktualisiert: 16.11.2022
Ordnung Doktorfischartige - Acanthuriformes
Familie Falterfische - Chaetodontidae
Unterfamilie Eigentliche Falterfische - Chaetodotinae
Gattung Falterfische Chaetodon

Seite 2
Halsband-Falterfisch Chaetodon collare Bloch, 1787
E: Collare butterflyfish, F: Papillon à colier, J: Eri-chouchou-uo, D: Dhon bibi
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Größe: 15 cm, Tiefe: 13 m                                                            Helengeli, Ari-Atoll, 1989
Halsband-Falterfisch Chaetodon collare Bloch, 1787
Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m                                                            Helengeli, Ari-Atoll, 1989
Halsband-Falterfische dösen gerne den ganzen Tag an ungestörten Riffen vor sich hin - wenn es denn welche gab. Schon 1989  waren hier an der Insel Helengeli die Korallen an den Abwässern der zu stark genutzten Insel fast flächendeckend  abgestorben.
Größe: 18 cm, Tiefe: 3 m      Kuramathi, Rasdu - Atoll, 1988
An der Insel Eriyadhu waren die Korallen 1989 noch in Ordnung, anders als beim Besuch von hier aus auf Helengeli am Nordostrand des Nord-Male-Atolls.
Größe: 18 cm, Tiefe: 6 m      Kuramathi, Rasdu - Atoll, 1988
Größe: 15 cm, Tiefe: 1 m      Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989
Die Schuppen dieser hübschen Fische sehen aus wie Perlen, der weiße Streifen um den Hals wirkt wie ein Kollier (lat. collare) und der rote Schwanz, wirkungsvoll mit einem tiefschwarzem Rand abgesetzt, vollenden die Schönheit. Den Halsband-Falterfisch sieht man auf den Malediven häufig. Er ist nicht scheu und steht meist paarweise nahe den Korallen, nicht tiefer als 10 m. Oft sind sie auch in kleinen Schulen, wie auf dem Bild unten, anzutreffen. Es entstand 1989 auf Helengeli. 
Die Insel war zu dieser Zeit total heruntergewirtschaftet. Die Ratten liefen am Tage auf den Wegen herum, Touristen waren nicht mehr da und im damals schon ziemlich zerstörten Riff herrschte Ruhe - beste Bedingungen für solche Aufnahmen. Diese Art ist nicht auf Korallen angewiesen. So sind auch am Riff von Kuramathi (1999) noch einige wenige dieser schönen Fische da, obwohl keine einzige Koralle mehr lebt. Von den toten Korallen weiden sie den Bewuchs ab. Ein enger Verwandter des Halsband-Falterfisches, der Chaetodon reticulatus, lebt im westlichen Pazifik. Bis auf die rote Farbe am Schwanz sieht er genau so aus.

Vorkommen: Indonesien, Philippinen, Teile des Indischen Ozeans wie den Küsten Indiens, den Malediven, Sri Lanka und in der Arabischen See vor Pakistan und dem Golf von Oman.
Wusste der Halsband-Falterfisch und der Segelflossen-doktor schon immer schon immer, dass sie verwandt sin? Beide sind jetzt den Doktorfischen zugeordnet.
Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m                                                        Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995
Die Stimmung auf dem Bild nebenan mit den beiden C. collare und der Orientalischen Süßlippe gehört mit zu den schönsten Erlebnissen in den vielen Jahren auf den Malediven.
Größe: 18 cm, Tiefe: 6 m, 
Kuramathi, Rasdu - Atoll, 1988
Das Bild ist von der Insel Kuredu vom Februar 1998
Am Riff der Nordseite von Ellaidhoo war am frühen Vormittag niemand im Wasser. Es war eine Stimmung wie auf einer verlassenen Dorfstrasse am Sonntag im Hochsommer. Nirgends eine schnelle Bewegung, kein Raubfisch jagte, kein Laut zu hören. Eine große Schule Schwarmwimpelfische stand vor dem Riff und überall ruhten sich Falterfische wie auf dem Bild eben. Alle mit dem Kopf ausgerichtet zur leichten Strömung, dem Wavio, von Ost nach West im Wintermonsun.

Nachts, auf dem Bild nebenan, der C. collare in der Lagune von Kuramathi unweit des ersten Restaurants der Insel. Dort stand ein großer Korallenblock in 8 bis 10 Metern Tiefe und ragte bis kurz unter die Wasseroberfläche. 
Hier entstanden viele schöne Fotos - wenn man denn die Koralle in der Dunkelheit fand...
Kurz nach Sonnenuntergang ist noch viel los am Riff. Der Blitz macht das Wasser schwarz auf dem Bild. 
Die Grünen Schwalbenschwänzchen Cromis viridis schnappen noch wild nach Plankton und die C. collare ziehen am Riff entlang.
Größe: 18 cm, Tiefe: 6 m      Kuramathi, Rasdu - Atoll, 1988
Schwarzflossen-Vagabund Chaetodon decussatus Cuvier, 1829
E: Indian vagabond, F: Papillon, J: Eri-, D: Dhon bibi
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Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 1 m                                                Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1987

Schwarzflossen-Vagabund Chaetodon decussatus Cuvier, 1831

Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 1 m,                                          Embudu, Süd-Male- Atoll, 2008

Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 1 m,    Embudu, Süd-Male- Atoll, 2008

Im Laufe der Jahre sind 13.000 Dias von der Unterwasserwelt der Malediven zusammengekommen, davon alleine über 600 von der Familie der Falterfische mit 28 Arten. Sie sind nun ausgewertet. Nur ein einziges Bild vom Schwarzflossen-Vagabund oder auch Gemalter Falterfisch ist dabei. Der Literatur nach soll er vor Sri Lanka dagegen zu den häufigsten Falterfischen gehören.

Er ist schon in Tiefen von 30 m angetroffen worden und seine maximale Größe wird mit 20 cm angegeben. Er lebt von Algen und Korallenpolypen.

Der Schwarzflossen-Vagabund ist eng mit dem Chaetodon vagabundus Linnaeus, 1758 verwandt. Sein deutscher Name ist Schwarzrand-Falterfisch. Er unterscheidet sich nur durch eine andere Farbgebung seines Rückens. Die Afterflossen sind im hinteren Teil nicht so dunkel sondern gelb.

Vorkommen: An den Küsten Indiens, Sri Lankas, Andamanensee und den westlichen Teilen des Indo-Malaiischen Archipels.
Indischer Doppelsattel-Falterfisch Chaetodon falcula Bloch, 1795
E: Saddleback butterflyfish, F: Papillon à selle de cheval, J: Sadoru-back-chouchou-ou, D: Dhon bibi
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Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 1 m                                                Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1987
Indischer Doppelsattel-Falterfisch Chaetodon falcula Bloch, 1793
Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 3 m                                                Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1987
Wieder eine Nachtaufnahme an einem großen Korallenblock in der Lagune von Kuramathi. Der Kaninchenfisch im Vordergrund hat des Nachts seine Farbe von knalligem Geld in eine Tarnfarbe gewechselt. 

Noch ist es nicht ganz dunkel. Die leuchtend roten Soldatenfische sind das Anzeichen dafür. Sie schwimmen noch unruhig in den dunklen Spalten, trauen sich erst später heraus. Nur die  C. falcula ändern nachts die Färbung nicht, wie es so viele tagaktive Fische tun.
Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m                     Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Länge: 10 cm, Tiefe: 1 m  Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1999

Mit seiner längeren Schnauze kommt er schon tiefer in die nicht zählbar vielen Spalten der Korallen als andere Chaetodonten. Dieser Allesfresser wird 20 cm groß und ist nicht tiefer als 10 m zu sehen. Wie die meisten Falterfische lebt der C. falcula in lebenslanger Gemeinschaft mit seinem einmal gewählten Partner. Dies verhindert Fehlpaarungen mit anderen Arten und sichert so die für diese Art typischen Merkmale.

In Riffgebieten mit dichter Population stellt es ja auch kein Problem dar, einen geeigneten Partner zu finden. In Randzonen kann das schon problematischer sein. Dort, so wurde von Hans W. Fricke beobachtet, wird auch ein Partner mit ähnlicher Zeichnung akzeptiert. Um Australien lebt eine eng verwandte Art, die fast die gleiche Zeichnung hat, mit dem Namen Chaetodon ulietensis Cuvier, 1831, dem Pazifischen Doppelsattel-Falterfisch.

Vorkommen: Indischer Ozean, afrikanische Ostküste bis Indonesien.
Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m                     Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993
Tüpfel-Falterfisch  Chaetodon guttatissimus Bennet, 1832

E: Spotted butterflyfish, F: Papillon moucheté, J: Peppared chouchou-uo, D: Lahjehi bibee

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Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m                                               Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Tüpfelfalterfisch Chaetodon guttatissimus Bennet, 1832

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m       Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m       Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Ausgewachsen erreicht der Tüpfelfalterfisch nur eine Größe von 12 cm. Entsprechend schwierig ist es, von diesen kleinen Fischen brauchbare Aufnahmen zu machen, zumal diese den Fotografen nicht nahe an sich heran lassen. 

Diese Art sieht man meist paarweise in den ruhigen und warmen Lagunen, oder hinter dem Riff emsig Algen abschaben. Auch Korallenpolypen verschmäht er nicht. Eine ähnliche Zeichnung bei gleicher Körpergröße und Farbe hat eine andere Art der Falterfische, der Chaetodon citrinellus, der Zitronenfalterfisch.

Vorkommen: Indischer Ozean von der ostafrikanischen Küste bis Java.
  Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m                                                  Vilamendhoo, Ari-Atoll, 20010
Kleins Falterfisch  Chaetodon kleinii Bloch, 1790

E: Klein’s butterflyfish, F: Papillon de klein, J: Mizore chouchou-ou, D: Alanaasi bibee

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Größe: 10 cm, Tiefe: 10 m                                                         Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993
Bemerking:
Alle Fotos dieser Seiten sind nur beim Schnorcheln entstanden. Brille, Schnorchel, Flosse und Bleigürtel  - mehr nicht. Persönlicher Rekord damals: 18 m.
Kleins Falterfisch-Chaetodon kleinii Bloch, 1790

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 3 m                                             Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 3 m       Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1988

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m        Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Kleins-Falterfisch bevorzugt ebenso die flachen und sandigen Riffabschnitte ohne zu starken Wellenschlag wie der zuvor beschriebene Tüpfel-Falterfisch. Ist er mit 12 cm ausgewachsen, bekommt der Chaetodon kleinii einen hellblau leuchtenden Fleck auf der Stirn. Hin und wieder bilden diese Falterfische kleine Schulen. In loser Formation ziehen sie dann zusammen durch das flache Wasser hinter dem Riffdach und suchen dort nach Nahrung aller Art wie Algen, Korallenpolypen, kleinen Krebsen und Würmern und auch nach Zooplankton. 

Dieser kleine Schwarm auf dem Bild unten schwamm auf dem Riffdach auf der Ostseite der Insel Ellaidhoo. Solche Ansammlungen sind bei Weitem seltner als man diesen Falterfisch sonst sieht. Die Nacht kann man sie unter Korallen und in Höhlen finden-mehr als einen Halbschlaf können sie dabei wohl nicht finden.

Vorkommen: Indo-Westpazifik.

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m        Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Den Unterschied erkennt man am Riff nicht ohne Weiteres
Gestreifter Falterfisch 
Chaetodon lineolatus
Schwarzrücken-Falterfisch 
Chaetodon melanotus
Falscher Gitterfalterfisch  Chaetodon oxycephalus
anderes Loniebnuster
Rücken schwarz
Augenbinde unterbrochen 
Gestreifter Falterfisch Chaetodon lineolatus Cuvier, 1831
E: Lined butterflyfish, F: Papillon strié, J: Nisefurai-chocho-uo, D: Dhon bibi
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Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 1 m,                                          Embudu, Süd-Male- Atoll, 2001

Gestreifter Falterfisch Chaetodon lineolatus Quoy & Gaimard, 1831

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 2 m                                         Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Was für Korallen es da nach 10 Jahren Tourismus an den Inseln es noch gab!

Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 1 m         Embudu, Süd-Male- Atoll, 2001

Größe: ca. 15 cm, Tiefe: 3 m       Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1988

So spät noch unterwegs?

Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 3 m           Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Manchmal ist Spezialistentum gar nicht gut. Diese Falterfischart ist ein Allesfresser wie oben geschildert. Da er so nicht auf eine Nahrungsquelle, zum Beispiel Korallenpolypen, angewiesen ist, hat ihn das große Korallensterben 1998 überleben lassen. Das Bild hier oben zeigt den Gestreiften Falterfisch über den abgestorbenen Korallen auf dem Riffdach von Embudu. Heute gehört diese Art zu den am häufigsten zu sehenden Falterfischen.

Wie es hinter dem Riffdach mal ausgesehen hat, ist auf dem Bild unten zu erkennen. Da kommt Wut auf.
Er ist der Riese unter den Falterfischen mit einer Größe bis zu 30 cm. 16 schwarze Längsstreifen, schwarze Augenbinde und ein schwarzer Streifen unter der hinteren Rückenflosse kennzeichnen ihn.

Er weidet beinahe jeden Untergrund ab und scheint nicht gerade ein Feinschmecker zu sein. Nicht nur die Größe dieser Art ist bemerkenswert. Während andere Arten ihren Korallenstock kaum einmal zu einem weiteren Ausflug verlassen, hat der Verhaltensforscher Hans W. Fricke einen markierten Chaetodon lineatus im Roten Meer einige Zeit in einem Riffgebiet von immerhin 500 m Länge auf immer den gleichen Patrouilliengängen verfolgt. Aber Vorsicht, diese Art ist ganz leicht mit dem Falschen Gitterfalterfisch Chaetodon oxycephalus zu verwechseln. Der einzige Unterschied: dieser hier hat eine durchgehende Augenbinde, der Falsche nicht.

Vorkommen: Von Australien bis Hawaii, von Ostafrika bis Japan. In diesem riesigen Gebiet ist er selten. Die Ausnahme scheinen da die Malediven zu sein. Hier ist er fast an jeder Insel zu finden.

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m         Embudu, Süd-Male- Atoll, 2001

Über den toten Korallen hat sich ein Verwandter eingefunden. Links
ein Schwarzflossen-Vagabund Chaetodon decussatus