Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

30a

/ 76

In Arbeit Mai 2021

Ordnung der Barschartigen - Perciformes
Familie Meerbarben - Mullidae
Fortsetzung

Strichpunkt-Meerbarbe Parupeneus barberinus (Lacèpède, 1801)

E: Dash-and-dot goatfish, F: Rouget-barbet barberin, J: Ôsuji-himeji

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m                                                          Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Strichpunkt-Meerbarbe Parupeneus barberinus (Lacèpéde, 1801)

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                                                   Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1990

Die Strichpunk-Meerbarbe ist die Größte und auch die am häufigsten zu sehende Meerbarbe an den Inseln der Malediven. Bis zu 60 cm sollen diese Barben groß werden. Beim Schnorcheln sieht man so große Fische eher nicht. Sie stehen tiefer.

Der deutsche Name beschreibt das Äußere recht gut, obwohl eine andere Barbe genauso gezeichnet ist, nur dass die Grundfärbung bei den Parupeneus macronema, der Langbartel-Meerbarbe zinnoberrot ist.
Brautwerbung der Strichpunkt-Meerbarben
Der breite, an der Seitenlinie entlanglaufende schwarze Strich der Strichpunktbarbe geht aber genauso über die Augen hinweg ungefähr bis zur Mitte der 2. Rückenflosse.

Kurz vor dem Schwanzstiel befindet sich ein unregelmäßiger dicker Punkt. Die wie verwaschen wirkenden Farben des Körpers gehen von violett über grün und gelb nach blau. Freischwimmend am Riff sind diese Meerbarben für gewöhnlich nicht oft zu entdecken. 

Der Fisch oben im Bild kam von einer Putzerstation. Wie alle anderen Barben wühlt er mit den hier eng angelegten Barteln den sandigen Boden auf, wirbelt Kleintiere als seine Nahrung hoch. Mit ca. 55 cm Länge ist es die größte Barbenart. Der Fisch soll sehr schmackhaft sein.

Vorkommen: Indo-Westpazifik, nicht im Roten Meer.

Größe: 20-30 cm, Tiefe: 3 m                                            Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1990

Strichpunk-Meerbarben auf Brautwerbung. Das Weibchen im Vordergrund. Strich und der Fleck am Schwanzstiel sind nicht so dunkel gefärbt wie beim Männchen
Putzerstation

Größe: 40 cm, Tiefe: 2 m                                                    Kuredu, Faddipolhu-Atoll, 1998

Gleich drei Putzerlippfische kümmern sich um die Parasiten der maskulinen Strichpunk-Meerbarbe. Eine Szene, die man 2021 nicht mehr oft finden kann. Dem Vernehmen nach sind derzeit hauptsächlich Russen, Touristen aus ehemaligen Sowjetrepubliken und Osteuropäer auf Urlaub hier. Alle meist unerfahren mit tropischen Meeren. Sie sind auf Badeurlaub hier, genießen das warme Wasser..

Größe: ca. 30 cm, Tiefe: 1 m                                                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Nahrungssuche

Größe: 40 cm, Tiefe: 2 m                                                         Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1993

Die gro0e Barbe dreht ein Korallenbruchstück um und hofft, darunter etwas Fressbares zu finden. Dicht dabei der kleine Junker. Der wartet auf kleine Krebse, die entsetzt das Weite suchen.
Ein typisches Bild einer Strichpunktbarbe, wie es an den Inseln der Malediven im flachen Wasser überall zu beobachten ist.

Schon von Weitem ist die Sandwolke zu sehen und lockt alle möglichen kleinen Fische an. Sie hoffen auf einen Teil der Beute.

Größe: ca. 30 cm, Tiefe: 1 m        Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Bin der Barbe wohl doch etwas zu nahe gekommen. Jedenfalls schwimmt sie ruhig davon.

Ob sie etwas gefunden hat war in dem aufgewühlten Sand nicht zu erkennen.

Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 1 m        Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Wenn immer sich am Riff etwas bewegt, wenn die Barbe mit den Barteln den Sand aufwühlt, oder man ein Stück Korallenbruch hochhebt, dann kommen kleine Fische angeschossen. Sie hoffen, kleine Lebewesen zu erbeuten.

Größe: ca. 10 cm, Tiefe: 1 m        Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Schlafen

Zum Schlafen legen sich die Barben einfach auf den Boden. Sie sind trotzdem wachsam. Eine Gehirnhälfte ruht nur, die andere ist in einer Art Dämmerschlaf.


Die Barbe war zwar irritiert durch das ungewohnte Licht der Lampe, bewegte sich aber nicht.

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m                        Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995
Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m                        Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m               Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001

Größe: 20 cm, Tiefe: 3 m         Dhigufinolhu, Süd-Male-Atoll, 1990

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m                        Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Größe: 35 cm, Tiefe: 1 m             Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

tbarben können erstaunliche Farbwechsel vornehmen. Die beiden hier oben machen wohl Brautwerbung. Auch zum Schlafen färben sie sich wie viele anderen Fische rötlich ein. Rot ist in der Dunkelheit kaum zu sehen.

Indische Meerbarbe Parupeneus indicus (Shaw, 1803)

E: Indian goatfish, F: Rouget-barbet indien, J: Koban-himeji, D: Reedhoo kalhu-oh

Indische Meerbarbe Parupeneus indicus (Lacèpède, 1803)

Größe: 35 cm, Tiefe: 1 m

 Eriyadhu, Nord-Male-Atoll, 1989

Dieser Fisch kommt in den Gewässern des Indischen Subkontinents vor und ist an den Malediveninseln häufig zu sehen. Der Punkt auf beiden Seiten ist da Erkennungszeichen. Gelbe Streifen, die manchmal auch einen Fleck bilden können, sind auf den Seiten für diese Art typisch. Nach Barbenart lebt die Indische Meerbarbe wie die anderen über Sandböden, um mit den langen, hier angelegten Barteln den Sand aufzuwühlen.

Bis zu 40 cm wachsen diese Barben heran. Ihr Lebensraum reicht vom Riffdach bis hinab bis auf 25 m Tiefe vor.

Vorkommen: Rotes Meer, Indischer Ozean und westlicher Pazifik.
Langbartel-Meerbarbe Parupeneus macronemus (Lacèpède, 1801)

E: Longbarbel goatfish, F: Rouget-barbet bandeau, J: Hmeji, D: Galhi kalhu-o

Größe: 25 cm, Tiefe: 1 m              Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Langbartel-Meerbarbe Parupeneus macronemus (Lacèpède, 1801)

Die Langbartel-Meerbarbe hat einen dicken Strich auf den Seiten der nicht über das Auge geht. Diese Art ist eher selten. Es ist das einzige Bild, das gemacht werden konnte. Sie werden knapp 40 cm groß und sind auch in 40 m noch beim wühlen im Sand zu sehen.

Vorkommen: Vom Roten Meer und Ostafrika, Indonesien, Philippinen bis Papua-Neu-Guinea.
Doppelband-Meerbarbe Parupeneus trifasciatus (Lacèpède, 1801)

E: Two-barred goatfish, F: Rouget-barbet double-tauche, J: Futasuzi - himeji, D: Galhi kalhu-o

Doppelband-Meerbarbe Parupeneus bifasciatus (Lacèpède, 1801)

Größe: 25 cm, Tiefe: 4 m                Kuredu, Faddipolhu-Atoll, 1999

Die Doppelband-Meerbarben liegen am Tage schon mal regungslos am Boden zwischen den Korallen und es sieht aus, als schlafen sie dann. Diese Meerbarbe ist tag- und nachtaktiv. Auch bei ihr liegen die Augen sehr hoch am Kopf und sind weit zurückgesetzt. Eine praktische Anordnung, wenn sie beim Wühlen im Sand diesen nicht in die Augen bekommen und die davonstiebende Beute besser fixieren und schnappen können. Aber die Barben wühlen nicht nur im Sand. Mit ihren Barteln untersuchen sie die tiefen Spalten in den Korallen und stöbern dort kleine Krebse auf. Ihre endständigen Mäuler mit den dicken Lippen können weit aufgestülpt werden. 

Bestimmte Mondphasen steuern den Zeitpunkt der Fortpflanzung. An immer denselben Stellen am Riff laichen sie bei Voll- oder bei Neumond gleichzeitig ins freie Wasser ab. Erstaunlicherweise entwickeln sie sich im Meer und besiedeln erst bei einer Größe von mehreren Zentimetern die Riffe.

Bis zu einer Größe von 30 cm wachsen diese Barben heran. Durch die beiden Streifen sind sie leicht zu erkennen. Es gibt sie überall auf den Malediven.

Vorkommen: Indo-Westpazifik.

Größe: 30 cm, Tiefe: 4 m             Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1987

Größe: 20 cm, Tiefe: 2 m                           Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Gelbsattel-Meerbarbe Parupeneus cyclostomus (Lacèpède, 1801)

E: Goldsaddle goatfish, F: Rouget-barbet dorè, J: Marukuchi-himeji, D: Reedhoo kalhu-oh

Größe: 30 cm, Tiefe: 4 m                                                                           Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Gelbsattel-Meerbarbe Parupeneus cyclostomus (Lacèpède, 1801)

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m           Embudu, Süd - Male - Atoll, 2008

Größe: 20 cm, Tiefe: 1 m               Embudu, Süd - Male - Atoll, 2011

Wirklich ein eigenartiger Fisch! Ab und zu hat er eine gelbe Phase. Wann genau und warum ist nicht bekannt. Da Meerbarben als Vielschwimmer nicht im Aquarium gehalten und beobachtet werden können, fehlen Langzeitbeobachtungen und man weiß recht wenig über diese Familie.

Da er aber bis zu 48 cm groß wird und so in kein Becken passt, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis diese Wissenslücke gefüllt ist. Jedenfalls ist der auffallende, einheitlich gelb gefärbte Fisch in dieser Phase leicht zu erkennen. Er schwimmt einzeln oder in kleinen Gruppen über die flachen Stellen des Riffs oder über die Sandböden der Lagunen .

Vorkommen: Rotes Meer, Indischer Ozean und westlicher Pazifik.

Größe: 30 cm, Tiefe: 2 m            Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1999

Größe: 35 cm, Tiefe: 31m                                                              Embudu, Süd - Male - Atoll, 2008

Vielflecken-Meerbarbe Upeneus tragula Richardson, 1846

E: Frecklet goatfish, F: Rouget-souris à bande sombre, J: Yome-himeli, D: Kalhu-oh

Größe: 30 cm, Tiefe: 3 m       Dhigufinolhu, Süd- Male-Atoll, 1990

Vielflecken-Meerbarbe Upeneus tragula Richardson, 1846

Diese Aufnahme einer jungen Mittelstreifen- Meerbarbe stellt Beat Huggenberger aus der Schweiz dankenswerter Weise zur Verfügung

Größe: ca. 20 cm, Tiefe: 1 m             Vilamendhoo, Ari-Atoll, 2011

Die Barben mit den gestreiften Schwanzflossen lassen bei diesen langgestreckten Fischen auf dem Bild eher an Fahnenschwänze denken, denn an Barben. Obendrein sind sie ziemlich selten zu finden und sie sind auch noch nachtaktiv. Erst in den Abendstunden kommen sie aus ihren Verstecken und durchwühlen Sand- und Schlickböden.

Halberwachsen haben sie eine komplett andere Körperfarbe und -zeichnung. Unregelmäßige rotorangefarbene Flecke ziehen sich an den Bauchseiten entlang und geben zusammen mit dem nun unterbrochenen Mittelstrich eine ganz unruhige Musterung - eine gute Tarnung. Mit 30 cm ist diese Barbe ausgewachsen.

Vorkommen: Im gesamten Indopazifik mit den Nebenmeeren.

Handbuch der Malediven

Das Bild nebenan zeigt die Strichpunktbarbe in ihrer nächtlichen Tarnfarbe.