Handbuch der Malediven

Kapitel 1: An Land

Seite

von 28

Handbuch der Malediven

26

Malediven - der Zentralfriedhof des Indischen Ozeans?

Fauna auf den Inseln der Malediven


Reptilien

Stamm Choedatiere
            Klasse Reptilien
                           Echsen
                           Geckos
                           Skinke

Haustiere

Ordnung: Schuppenkriechtiere - Squamata


Familie: Agamen - Agamidae


Gattung: Schönechsen - Calotes


Art: Blutsaugeragame - Calotes versicolor (Daudin, 1802)

Blutsaugeragame - Calotes versicolor, maskulin, in Paarungsstimmung

Blutsaugeragame - Calotes versicolor, feminin

Blutsaugeragame - Calotes versicolor, feminin

Kopf eines Weibchens

Auch Indische Schönechse, oder Oriental garden lizard wie die Engländer sagen, können wie Chamäleons die Farbe wechseln. Sie sind sehr scheu - nur nicht in der Balz. Da vergessen sie alle Vorsicht und man kommt nahe genug heran. Die Männchen „blühen“ regelrecht auf und verteidigen dann resolut ihr Revier. 


Die Hauptnahrung sind Insekten und deren Larven. Bei dem Gifteinsatz auf den Touristeninseln ist es schon erstaunlich, dass es noch Insekten und die Echsen gibt.


Mit fast 40 cm Länge werden sie recht groß. Es gibt sie relativ häufig vom Iran bis Singapore.

Blutsaugeragame - Calotes versicolor, junges Männchen

Ordnung: Schuppenkriechtiere - Squamata


Familie: Geckos - Gekkonidae


Gattung: Halbfinger-Geckos - Hemidactylus


Art: Asiatischer Hausgecko - Hemidactylus frenatus, 

Dumeril & Bibron, 1836

Mein lieber Schwan!
Asiatische Hausgeckos bei der Paarung

Das Geheimnis der Geckos, an jeder noch so glatten Fläche oder Scheibe auch kopfüber laufen zu können, ist erst vor nicht allzu langer Zeit gelöst worden: Die feinen Härchen zwischen den Zehen sorgen für die Haftkraft an den Füßen.


Die Milliarden Härchen zwischen den Zehen sind sehr viel dünner als ein menschliches Haar. Sie sind nur 200 Nanometer dick. Die Adhäsion (Van-der-Waals-Kraft) entsteht durch statisch/elektrische Aufladung, wenn die Hand/Pfote haften soll und Entladung, wenn sie sich lösen soll.


Neidisch schaut die Wissenschaft auf diesen äußerst effektiven "Kleber". Geckos gibt es seit ca. 50 Mio. Jahren. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und können dann ungefähr 350 mal besser als Menschen sehen.


Sie sind nur sehr schwer zu bestimmen. Es gibt über 950 Arten, 9 Arten leben in Costa Rica. Sie haben sich weltweit in den gemäßigten Zonen, in Wüsten, aber hautsächlich in den Tropen ihren Lebensraum erobert.

Asiatische Hausgeckos sind in der Färbung und in der Beschuppung sehr variabel
Er ist so ziemlich in allen warmen Ländern der Welt zuhause

Ordnung: Schuppenkriechtiere - Squamata


Familie: Skinke oder Glattechsen - Scincidae


Art:Glattechse sp.

Sieht aus wie eine kleine Schlange - bis man die seltsamen Füßchen entdeckt
Zum Vergleich: Echse: Dickerer Kopf, größere Füße

Skinke soll es auf der ganzen Welt in den Tropen geben. Besonders häufig in Südostasien. Sie graben sich in Böden ein und/oder leben auf Bäumen. Den schlanken Schwanz nutzen sie als Kletterhilfe. Praktisch ist, dass der kleine Widerhaken hat. Bei Gefahr können sie den Schwanz abwerfen. Der zuckt noch eine Weile und verwirrt so Angreifer.


Sie bewegen sich wie Schlangen. Es gibt mehr als 100 Gattungen der Glattechsen mit ca. 1.400 Arten. Anhand dieses einen unscharfen Fotos, das Dagmar Biederer 2020 aus den Süd-Nilandhoo-Atoll mitbrachte, ist eine Bestimmung unmöglich.


In 29 Urlauben kam mir diese Echse nie vor die Linse.

Zum Vergleich: Echse: Dickerer Kopf, größere Füße
Haustiere

Hühner gibt es auf vielen Inseln. Vielleicht sind die Eier eher eine Nebensache. Das Federvieh sieht man nämlich oft, wie sie die lästigen kleinen Ameisen wegpicken,

Süd-Nilandhoo-Atoll

Pferd

Ob man es glaubt oder nicht: Auf Kuramathi gab es 1982 mal ein freilaufendes Pferd!


Das war für die Maldiver eine Sensation. Von Rasdu durften sogar Frauen und Kinder rüber kommen. Keiner der Bewohner des Rasdu-Atolls hatte je ein so großes Landtier gesehen.


Das Pferd war wohl in Male auf dem Markt angeboten worden und sie brachten es in viereinhalb Stunden mit dem großen Motordhoni, mit dem man auch vom Flughafen abgeholt wurde, hier her.


Es war ein junger Hengst. Er lief frei auf der großen, damals nur im Ostteil wenig bebauten Insel herum. Er belästigte nur junge hübsche Frauen im Bikini, stand an der Zimmertür und fuhr aus, was er so hatte. 


Was aus dem armen Kerl geworden ist, war im Jahr darauf nicht mehr zu erfahren.

Kaninchen

Kaninchen, Ellaidhoo 1995

Wer immer die Kaninchen mal nach Ellaidhoo eingeschleppt hat, war bestimmt nicht ganz gesund - vorsichtig ausgedrückt. Den Tieren hat er jedenfalls keinen Gefallen gemacht. Sie litten nicht nur an Inzucht, sondern auch an der Hitze. Sie waren fast blind.


Das einzig Geniale daran? Wie kamen die mit den Viechern aus dem Flughafen raus? Die hoppelten ziemlich blind 1993-1995 auf der Insel herum. Vermutung: die müssen vor 1981 schon eingeführt worden sein.

Katzen

Katze, Embudu 2002

Bei der Arbeit, Embudu 2002

‍Irgendwie haben sie alle die gleiche Farbe - und oft ein verdammt hartes Schicksal. Moslems habe selten ein gutes Verhältnis zu Tieren. Hier aber sollen die Katzen nützlich sein - denken sie.


‍Sie sollen die Ratten dezimieren. Die Katzen denken nicht mal im Traum daran. Sie lassen sich lieber von den Touristen füttern. 


‍Speziell Deutsche greifen kräftig an den üppigen Buffets zu - als wenn es auf den Malediven keinen Hunger gibt.


‍Fast schon gemein war es, Katzen auf unbewohnten Inseln auszusetzen. So auf der Insel Magala in Sichtweite von Ellaidhoo. Mitte der Neunziger gab es da die Tauchschule noch nicht. Liess man sich dort morgens übersetzen, war kein Sand zu sehen.


‍Alles war bedeckt von Millionen Landeinsiedlerkrebsen. Und dann sah man eine vollkommen verwilderte und abgemagerte Katze in den Scaevolabüschen verschwinden. Zum Fressen wird sie schon den einen oder anderen Fisch erwischt haben. Ihr Problem war Trinkwasser. Ratten gab es übrigens trotzdem.