Handbuch der Malediven



   Fische der Malediven

Kapitel 2: Knochenfische

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Barschverwandte - Percomorphaceae

Ordnung Lippfische - Labriformes

Familie Lippfische  - Labridae

Unterfamilie Papageifische - Scarinae

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Langnasen-Papageifisch - Hipposcarus harid (Forsskål, 1775)

E: Caerulean damsel, F: Bouteur bleu et jaune, J: Indo-yo-soro-suzumedai, D: Muraka mas

Größe: 70 cm, Tiefe: 1 m                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001

Langnasen-Papageifisch, maskulin,  Hipposcarus harid (Forsskål, 1775)

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Die oben abgebildete männliche Langnasen-Papageifisch haben eine eigentlich für Papageifische unüblich langgezogene Nase. Das Maul sieht nicht sehr kräftig aus. Diese Art lebt auch nicht vom Zerbeißen der Korallen sondern vom Abschaben des Algenbewuchses und von kleinen wirbellosen Tieren und wohl auch von Seegras. 


In Smith’s Sea Fishes steht, dass die Gattung Hipposcarus Smith, 1956 nur 2 Arten umfasst. Die andere Art lebt im Pazifik (Hipposcarus longiceps). Beide können bis zu 75 cm groß werden. 


Hier wird sie meist aber nur 55 cm lang. Sie halten sich gerne in geschützten Gewässern über Sandböden in der Nähe von Riffen nicht tiefer als 25 m auf. Die femininen Fische (unten) sind meist durch die langen Ausläufer oben und unten an der Schwanzflosse und an der blassen Färbung gut zu erkennen. Je länger diese fadenförmigen Anhänge sind, desto älter sind die Fische. Auf dem 2. Bildern unten hat sich ein Langnasen-Papageifisch zum Schlafen auf den Sand vor einer Koralle gelegt.


Vorkommen: Indischer Ozean, Ostafrika bis zu den Malediven und Rotes Meer. Seltener im südlichen und östlichen Indischen Ozean.

Größe: 50 cm, Tiefe: 3 m          Dhigufinolhoo, Süd-Male-Atoll, 1990

Langnasen-Papageifisch, feminin,  Hipposcarus harid (Forsskål, 1775)

Größe: 70 cm, Tiefe: 5 m                      Angaga, Ari-Atoll, 1996

Färbung in der Nacht

Größe: 5ß cm, Tiefe: 1 m                Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Färbung in der Inizialfärbung

Gebänderter Papageifisch  Scarus caudofasciatus  (Günther, 1862)

E: Redbarred parrotfish, F: Perroquet à bandes rouges, J: Budai, D: Landaa

Größe: 7 cm, Tiefe: 1 m                       Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Gebänderter Papageifisch  Scarus caudofasciatus (Günther, 1862)

Auf dem Bild oben ist der maskuline und unten der feminine Fisch abgebildet, der sich durch seine auffallende Streifen in der hinteren Körperhälfte noch gut unterscheiden und merken läßt. 

Diese äußerst scheue Art war auch schon 1990 nur selten zu sehen. Das maskuline Tier dagegen ist einer von den vielen grün gefärbten Papageifische und nur durch eine Zeichnung über dem Schnabel zu erkennen. Ausgewachsen erreichten die männlichen Tiere eine Länge von 50 cm. Sie leben im Bereich des Korallenwachstums bis in Tiefen von ca. 35 Metern.

Vorkommen: Im westlichen Indischen Ozean, ungefähr zwischen der ostafrikanischen Küste und den Malediven.

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m              Embudu, Süd-Male-Atoll, 2001

Rostkopf-Papageifisch - Scarus ferrugineus Forssål, 1775

E: Rusty parrotfish, F: Perroquet ronille, J: Budai, D: Landaa

Rotkopf-Papageifisch - Scarus ferrugineus

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m              Embudu, Süd-Male-Atoll, 2011

Rostkopf-Papageifisch - Scarus ferrugineus

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m              Embudu, Süd-Male-Atoll, 2011

Es ist der gleiche Fisch im Abstand von 30 sec aufgenommen.. Schon im RAW hat er unterschiedliche Farbtöne. Ob es an der Lichtbrechung liegt? Mir ist nicht bekannt, dass Papageifische die Farbe wechseln.

Junge Fische, also in der Initialfarbe, sind grau mit vier breiten senkrechten weißen Streifen und gelben Schwanz. Die Weibchen sind rötlich und von ihnen leitet sich der Trivialnamen ab. Er wurde nur einmal angetroffen.

Quelle: Fishbase, Mergus. Band 7, S. 865.
Vorkommen: Im westlichen Indischen Ozean, ungefähr zwischen der ostafrikanischen Küste und den Malediven.
Grünbürzel-Papageifisch - Scarus frenatus Lacepède, 1802

E: Bridled parrotfish, F: Perroquet à six bandes, J: Fuchidori-suzumedai, D:Landaa

Größe: 40 cm, Tiefe: 3 m          Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Grünbürzel-Papageifisch, maskulin,  Scarus frenatus Lacepède, 1802

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m               Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Die Bestimmung dieses Fisches ist alles andere als einfach. Er ist einer der am wenigsten beschriebenen Fische - in den zur Verfügung stehenden Büchern jedenfalls. Den Namen  Scarus frenatus erwähnen nur 3 Bücher und auch die Suche im Internet bringt kein befriedigendes Ergebnis. In der Terminalphase bildet sich auf der Schwanzwurzel, dem „Bürzel“, ein hellgrüner Fleck, was zu dem komischen deutschen Namen führte. 

Auffällig ist ebenfalls der abrupte Farbwechsel, der vom Maul ausgeht. Eigentlich müsste er gut zu identifizieren sein. Vielleicht ist er auch nur sehr selten. Ein so auffällig und gut merkbarer Fisch entgeht einem normalerweise am Riffg nicht. Das weibliche Tier auf dem Bild unten ist noch seltener. 

Berichtet wird, dass dieser Papageifisch beim Fressen von Dornenkronen-Seesternen beobachtet wurde. Der bis jetzt größte Scarus frenatus  maß 47 Zemtimeter, bis zu 20 Jahre können sie alt werden.

 Vorkommen: Indopazifik, vom Roten Meer, der ostafrikanischen Küste bis nach Japan und dem zentralen Pazifik.

Größe: 40 cm, Tiefe: 1 m               Embudu, Süd-Male-Atoll, 2008

Grünbürzel-Papageifisch, feminin,  Scarus frenatus Lacepède, 1802

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m               Embudu, Süd-Male-Atoll, 2009

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m               Embudu, Süd-Male-Atoll, 2009

Blauband-Papageifisch - Scarus ghobban Forsskål, 1775 

E: Blue-barred parrotfish, F: Perroquet à écailles jaunes, J: Hibudai, D: Noo landaa

Maskulin

Größe: 60 cm, Tiefe: 1 m                Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Blauband-Papageifisch  Scarus ghobban Forsskål, 1775 

Größe: 70 cm, Tiefe: 1 m                 Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Ein ausgewachsener Blauband-Papageifisch in dem damals traumhaft schönen Korallengarten westlich von Vilamendhoo. Ein Jahr vor dem El Nino. Da gab es noch Steinkorallen. 2010 dann nur noch schnellwachsende Acroporakorallen und jetzt stehen hier Wasserbungalows auf Sandboden.

Größe: 70 cm, Tiefe: 1 m                 Vilamendhoo, Ari-Atoll, 2010

Das gleiche Riff 13 Jahre später. Schnellwachsende Tischkorallen sind allgegenwärtig, Steinkorallen mit einem Wachstum von wenigen Millimetern sind verschwunden.
Initialphase 

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m                 Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Das hübsche Weibchen unterscheidet sich vom männlichen Fisch vor allem durch die Größe. Sie werden nur 40 cm, die Männchen fast doppelt so lang. Außerdem haben sie, auf dem Foto oben nur Andeutungsweise zu erkennen 6 blaue Querbinden. 

Größe: 30 cm, Tiefe: 1 m                      Ellaidhoo, Ari-Atoll, 1995

Der feminine Fisch unten hatte sich in ungefähr 10 m Tiefe zum Schlafen einfach auf den Sand gelegt. Trotz seiner Tarnfarbe für die Nacht ist er durch die 6 Querbinden, dem blauen Band zwischen den Augen und den rhombenförmigen, großen Schuppen gut als Blauband - (oder auch Blauflecken -) Papageifisch trotz seiner nächtlichen Tarnfarbe zu erkennen.

Die großen Männchen (oben) haben ebenfalls sehr große Schuppen mit rosa oder, je nach Beleuchtung, lilafarbenen Einfassungen. In der Initialphase bestimmt dieses Rosa das Aussehen des ganzen Fisches. Sie bevorzugen sandige Lagunenböden. In anderen Gegenden des Indopazifik leben sie als einzige Art der Papageifische auch über Schlickböden. Da sie sich überwiegend von Algen ernähren besteht die Hoffnung, diese schönen Tiere auch im nächsten Jahrtausend fotografieren zu können.

Vorkommen: Vom Roten Meer bis zum Ostpazifik an Panamas Küste.

Größe: 10 cm, Tiefe: 1 m                 Vilamendhoo, Ari-Atoll, 1997

Blauband-Papageifisch  Scarus ghobban Forsskål, 1775 

Nachts 

Größe: 70 cm, Tiefe: 2 m              Kuramathi, Rasdu-Atoll, 1987

Ein Blauband-Papageifisch hofft unter den Lederkorallen über die Nacht zu kommen. 1987 gab es noch viele Verstecke am Riff. Hier unter Lederkorallen. Die sind jetzt total verschwunden.

Größe: 70 cm, Tiefe: 6 m      Kuredu, Faddhippolhu-Atoll, 1998

Schon 11 Jahre später - die große Zerstörung der Korallen durch zu warmes Wasser kam erst ein Monat nach dieser Aufnahme - blieb dem Blauband-Papageifisch schon nichts mehr anderes übrig als sich einfach auf den Sand zu legen.
Blauband-Papageifisch: Nomen est omen!

Größe: 50 cm, Tiefe: 1 m

Embudu, Süd-Male-Atoll, 2003

Literaturverzeichnes Malediven hier