Handbuch der Malediven




Kapitel 1

An Land

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Jan. 24

Das Absterben der Riffe der Malediven 

Tod der Korallen und Riffe


Eine Langzeitbetrachtung von 1982 bis 2023 in Bildern

1982-1984              Kuramathi. Rasdhoo-Atoll
Als der Massentourismus im November 1981 begann, waren die ersten Inseln in Flughafennähe schon abgenutzt und die Riffe stark geschädigt: Kurumba, Bandos, Baros im Süden des Nord-Male Atolls.

Viereinhalb Stunden mit dem Dhoni weg vom Airport war die Welt noch i. O. Man schwamm staunend am Riff entlang, hatte noch keine UW-Kamera um den Hals, konnte die Vielfalt des Lebens nicht fassen, obwohl man schon 4 Jahre Erfahrung  aus der Karibik hatte. 

Der absolute Höhepunkt in den 29 Jahren auf den Malediven war  1982 eine unbewohnte Insel in Sichtweite von Fesdu im Ari-Atoll. Da war das Riff auf jeden Quadratzentimeter mit blühenden Korallen bewachsen. Das sah man nie wieder im Leben.
1986                      Kuramathi. Rasdhoo-Atoll
Das erste UW-Foto mit geborgter Nikonos V von 1985 auf Kuramathi.

Die Farben sind komisch? Ist der einzige je verschossene Negativfilm. Was anderes war nicht zu bekommen. Aber hier geht es um das Riff.

Und das war noch i. O. Man kam als Schnorchler mühelos an sehr große Zackenbarsche ran und nachts knisterte das Riff voller Leben.
1986                      Kuramathi. Rasdhoo-Atoll
Natürlich stehen diese filigranen Korallen nicht am Außenriff mit hartem Wellenschlag, sondern außerhalb der Brandungszone  in der Lagune. Der Untergrund ist nahtlos mit lebenden Korallen bewachsen.
1986                      Toddu,  Toddu-Atoll
Eine Einheimischeninsel, 10 km von Kuramathi weg. Au ja, keine Touristen. Aber UW war alles tot. Da lebten 1.000  Malediver, die Seifen nutzen. Wir ließen uns am Seil hinter dem Dhoni um die 1.7 qm große Insel schleppen: keine einzige Koralle, kein Fisch, nur die Muräne. Die Reste waren weiß und nicht veralgt wie auf dem letzten Bild unten. Da ahnte man, was kommen könnte! Heute nennt sich das Atoll Thooddhoo.
1987                     Kuramathi. Rasdhoo-Atoll
Fragiles Korallenwachstum auf der strömungsarmen Lagunenseite und robuste, runde Korallen an der rauen Außenseite des Riffs..
Was? Die Palmen auf der Insel werden braun? Das kleine, aber schöne Riff an der Bar ist versandet?

Na gut, noch ein Jahr. Dann zieht  Karawane weiter!
1988                     Kuramathi. Rasdhoo-Atoll
Langsam merkte man, das Riff veränderte sich. Großfische und Schwärme gab es noch immer ohne Ende, aber das Riff bekam kahle Stellen.  Der Besatz mit Mördermuscheln und Anemonen - ein Indikator eines intakten Riffes. Aber es war nicht mehr so wie früher.

Bei 70 oder 80 anderen Hotelinseln: Die Karawane zieht weiter.e
1989                    Eriyadu, Nord-Male-Atoll
Anders Atoll, andere Insel - das brachte immer 10 neue Fischarten. Mit dem Dhoni kam man an Außenriffe, unbewohnte Inseln, Faros voller Leben. Die Korallen waren ja noch in vollem Wachstum. Aber heute sieht man auf den Fotos, ganz so schön war es nicht mehr.

Die Lust am Wechsel  war erwacht und die Karawane zog weiter.
1990                    Dhigufinolhoo. Süd-Male-Atoll
Diese beiden Inseln Digo und Veligandu lagen am östlichen Außenriff des Atolls. Man konnte ins wilde Wasser springen, am Riff entlang segeln und ziemlich weit im Süden über eine riesige Lagune wieder rauskommen - mit großer Erfahrung natürlich. Nie reichten die Filme auf so einer Tour. 

Schlimm war das Ausbaggern des Hafens. Was da an Korallen zerstört wurde!
10 min von der Doppelinsel stand in der Mitte eines Faros diese weltweit einzigartige Koralle. Es gab ja kein Internet, kaum Literatur 1990 über den Indischen Ozean. Dass das keine Blaue Koralle, sondern eine riesige Feuerkoralle war, fiel erst später auf. Sie muss hunderte Jahre alt sein.

Die Quartiere waren schlecht. 
So buchte die Karawane die Nachbarinsel .
1991                  Veligandu Hurra, Süd-Male-Atoll
Damals war es unvorstellbar, dass diese Pracht UW mal verschwinden könnte.

In kaum besuchten Faros wuchsen Korallen, die mehrere Kubikmeter einnahmen (s. hier: Blaue Koralle).


Die Karawane zieht weiter!

Korallenwachstum


Über das Wachstum der Korallen ist nur wenig zu lesen. Hier eine eigene Einschätzung:

Ast- oder Geweihkorallen -Acropora: ca.10 - 25 cm
Andere Steinkorallen wie Porites: 1-10 mm
Lederkorallen: 1 Quadratmeter(?)

PRO JAHR!

1992                    Ari Beach, Ari-Atoll
Die UW-Welt war hier noch vollkommen in Ordnung. Den Zustand eines Riffs erkennt man am besten nachts. 

 Am südöstlichen Ende des Ari-Atolls gab es UW einfach alles.

 Wunderschöne Korallen in den Lagunen, große Fische am ziemlich wilden Außenriff.

Die Karawane zieht weiter!
1993                   Ellaidhoo, Ari-Atoll
Hier wollte man bleiben. Ging ja auch 2 Jahre gut. Dann machte das Abwasser das Riff kaputt. An der Ostseite, wo es zwischen den Atollen auf ca. 300 m runter geht, standen riesige Schwärme und Großfische kamen ans Riff. Zur Innenseite  des Ari-Atolls gab es in der Lagune der Insel Magala die schönsten Korallen. 1993 und 94 waren die letzten richtig schönen unbeschwerten  Jahre  UW auf den Malediven..


1994                    Ellaidhoo, Ari-Atoll
Die vielleicht 1.000 Jahre alte Koralle (großes  Bild) am östlichsten Ende von Ellaidhoo war mit die schönste Stelle auf allem Reisen auf den Malediven. Wenn man hier eine strömungsfreie Stelle fand, zog das ganze pralle Leben des Indischen Ozeans an einem vorbei. Wie im Kino! Eine Haipaarung konnte hier beobachtet werden. Selten kamen andere hier raus. Die Strömung war denen zu stark.

Porites lobata, 1.000 Jahre alt?
1995                    Ellaidhoo, Ari-Atoll
In diesem Jahr war alles anders. In den 3 Jahren, in den 12 Wochen war man fast täglich an der großen Bergkoralle. Man kannte das Riff. Korallen blichen aus und waren zu schwach, um sich gegen das Überwuchern der Lederkorallen zu wehren.

Der Tauchlehrer war im Dezember 93 zu Hause und erkannte die Steilwand am Jeti im Februar 95 nicht mehr wieder.

In Sichtweite gab es die unbewohnte kleine Insel Magala am Außenriff. In der strömungsfreien Lagune standen die höchsten Astkorallen, die man je gesehen hat. Heute ist da die Tauchschule. Sie musste  auf Ellaidoo Platz machen.

Die Hauptinsel muss also an ihren eigenen Abwässern gestorben sein.




Die großflächigen und schnell wachsenden Lederkorallen wurden von mir schon immer als Totengräber der Riffe empfunden. Im intakten Riff kämpf jede Koralle um jeden Zentimeter Lebensraum. War eine Koralle geschwächt, Überwuchten die Lederkorallen alles. Der Anfang vom Ende.
Aber es gab ja noch 60 oder 80 andere Hotelinseln! Die Karawane zog halt weiter!
1996                    Angaga. Ari-Atoll
Die kleine Insel Angaga im Inneren des Ari-Atolls ist nur von 30 m tiefen Wasser umgeben. Da auch Strömung fehlt, waren hier nie große Fische zu erwarten. Aber schöne Korallen. Was aus diesen geworden ist, ist weiter unten in den Fotos von 2013 bis 2018 zu sehen.

Also, um wieder was zu erleben: Die Karawane zog weiter
1997                    Vilamendhoo, Ari-Atoll
Die Insel lag zwar am Außenriff, aber es gab keine großen Fische. Die Malediver der Insel gegenüber fingen nachts alles weg - was früher an Touristeninseln nicht erlaubt war. Aber sollten sie hungern?

Wo auf Ellaidhoo die große Bergkoralle war, ist hier die Müllkippe hinter einer Mauer aus Korallenbruch . Dafür war der Korallengarten im Osten wunderbar.

Hier wuchsen Korallen unterschiedlicher Arten, anders als bei  dem zweiten Besuch 2010. Das war noch mal Malediven-Feeling der ersten Stunden.
1998                    Kuredu, Faddhippolhu-Atoll
Acropora. Millepora, Porites - das wird man auf Kuredu  nie wieder so sehen. Einen Monat nach dieser Aufnahme  starb alles ab. Auf der Nordseite der großen Insel, am Außenriff, war man immer alleine. Die Schweden blieben ja an der Bar hängen oder waren mit 17 (!) Tauchlehren unterwegs. Auf Kuredu wurden viele Fische zum 1. und letzten mal gesehen. Z.B. Korankaiser. Seine Koralle gibt es nicht mehr und ihn damit auch nicht.
1998                   Ein Wetterphänomen verändert die UW-Welt
El Niño
1999                    Meedhuffushi, Süd-Nilandu-Atoll
In Europa war nicht viel von der Katastrophe zu hören. Wird schon nicht so schlimm sein. Wird halt ein Atoll im Süden gebucht, auf einer neu eröffneten Insel. Aber alle machten so ein Gesicht, wie die Lederschildkröte, die auf dem Beton des Tennisplatzes die Eier eingraben wollte.

Fast alles war abgestorben. Porites- und Bergkorallen zeigten da noch Farbe. Der Walhai riß das auch nicht raus.
2000                      Kuredu, Faddhippolhu-Atoll
Die Aufnahmen bis 2012 sind im Februar, die danach im Dezember und Anfang Januar gemacht. Deswegen ist das Wasser nicht klar (s. hier).

Da brach eine Welt zusammen als man das Riff nach 2 Jahren wieder sah. Die Raubfische waren rund und vollgefressen und viele kleinerer Fische waren verschwunden. Ihre Verstecke zwischen den Korallen gab es nicht mehr.
2001                      Embudu, Süd-Male-Atoll
Viele Inseln der Malediven bilden aufgrund des Indischen Ozeans nach Osten hin solche Korallengärten und auch Sandbänke aus.

Nur dass hier die Korallen den El Niño nicht überlebt haben. Dabei ist hier im Flachen immer eine starke Strömung, die Nahrung heranbringt.

Noch kann man die Strukturen einiger Korallen gerade so erkennen.
2003                      Embudu, Süd-Male-Atoll
Das Ausweichen nach Costa Rica hat nichts genutzt. Aber hier hat sich nichts mehr getan. 

Dem Wasser im Februar sieht man nichts an. Es ist klar wie in dieser Zeit immer. Die Strömung bringt Plankton mit, aber keine Tentakel fischt es heraus. Das wird zu Lebzeiten nichts mehr. Ein Friedhof sieht schöner aus.
2008                      Embudu, Süd-Male-Atoll
Embudu ist immer ausgebucht. Wenn eine Flaute droht, wird an deutsche Discounter verramscht. An der Nordseite zieht der Ebbstrom  durch eine Öffnung auf der Ostseite des Süd-Male-Atoll vorbei (Wavoi). Man sieht noch viele Fische, auch Mantas. Aber hier?

2009                      Embudu, Süd-Male-Atoll
Die Wasserqualität in der kleinen Lagune wird immer schlechter. Hier hatten hunderte von Riffbarschen ihre Kinderstube. Ihre Korallen sterben ab. Aber die Reste verteidigen sie genau wie früher.

Da alle Riffe auf den Malediven abgestorben waren, konnte man den Vorteil nutzen: Nahe am Airport und doch hinter dem Vadukanal mit viel Fischen.
2010                      Vilamendhoo, Ari-Atoll
Am Flughafen hieß es, der Veranstalter ist pleite. Es geht nach Vilamendhoo. Auch gut. Die Korallen hatten sich erstaunlich gut erholt. Beim näheren Hinsehen sah man, dass es nur noch Acroporakorallen waren. Wie eine Monokultur. Aber große Fische gab es wie damals nicht. Immerhin war die Wasserqualität noch gut Aber es war kein Vergleich mehr mirt 1997.
2011                      Embudu, Süd-Male-Atoll
Jetzt veralgen die toten Korallen. Abwasser wird eingeleitet. Es gibt keine Kläranlagen auf der Insel.

Aber von der Hafenausfahrt in der Lagune zieht sich nach Nordwest ungefähr einen Kilometer lang ein Zwischenriff in 5 - 10 Meter Tiefe dahin. Es endet am Mantapoint. Nur wenige schnorcheln da hin. Steckt man da den Kopf aus dem Wasser, sieht die Insel verdammt klein aus….
2012                      Embudu, Süd-Male-Atoll
Sie hat es nicht geschafft. Aus tieferen Stellen waren noch Larven der Acropora im Wasser. Die konnten sich auf einer nicht veralgten Stelle festsetzen und konnten
wachsen. Aber dann wurde hier in der Lagune die Wasserqualität zu schlecht. An der Temperatur wird es nicht gelegen haben. Die halten sie in den flachen Lagunen schon aus. Sie stieß die Zooxanthellen ab und starb wie alles in der Lagune und am Riff.
So, begriffen. Mit den Malediven wird es nichts mehr. Fällt schwer nach 29 Jahren. Das waren 92 Wochen jeden Tag mit 2 Kameras im Wasser…
Die folgenden Fotos und Erfahrungen stellte Dagmar Biederer hier zur Verfügung. Alle Aufnahmen entstanden zur Zeit des Nord-Ost-Monsuns um Weihnachten herum. Deswegen ist die Sicht nicht besonders . Das Wasser ist noch trüb.
2012                      Kandholhu, Nord-Male-Atoll
Die Aufnahmen bis 2012 sind im Februar die danach im Fetzender und Anfang Januar gemacht. Deswegen ist das Wasser nicht klar (s. hier).

Noch sind Reste von robusteren Korallen zu sehen. Meistens an gut durchströmten Riffteilen.  Die großen, robusten Korallen auf den Riffdächern gibt es nicht mehr.  Das Brechen der Wellen sollen zunehmend Mauern aus Korallenbruch übernehmen.
2013                      Angaga, Ari-Atoll
Die Mauern werden von Heerscharen Nepalesen und Bangladeshis fast jedes Jahr wieder neu errichtet. Denn sie sind falsch gebaut.

Mangels Patz und Material ragen sie zu steil empor. Briest der Passatwind auf, entwickeln das Meer kurze, harte, schnell aufeinander folgende  Wellen, die alles zerhacken. Oder sie spülen den Sand der Ufer weg.
2014                      Angaga, Ari-Atoll
Es gibt wohl keine Insel mehr ohne Sandsäcke an den Ufern. 

Und da hat man den nächsten Fehler gemacht. Man hat den Uferbewuchs entfernt. Oft waren das Scaevolabüsche. Sie gaben mit Uhren Wurzeln dem Sand halt. 

Schließlich sollte jeder freien Bick auf das Meer haben.
2015                      keine Bilder
2016                      Angaga, Ari-Atoll
Ob sich die Korallen sich noch einmal so erholen wie zwischen 2002 und 2019 ist bei der Zunahme der Zahl der Reisenden, der Verschmutzung
und Erwärmung und der Zunahme des Säuregehaltes des Wassers nicht zu erwarten.
2017                      Angaga, Ari-Atoll
2018                      Angaga, Ari-Atoll
Die Aufnahme entstand am 05.01.2017 um 18:06 Uhr. Noch weht der Nord-Ost-Monsun und bringt den Smog aus Indien und wohl auch aus China hier herüber. Von mir ungefähr seit 2002/3 beobachtet. Bekommen die Korallen zu wenig Licht, trennen sie sich von den Zooxanthellen, begehen quasi Selbstmord. Es gab zwar kaum noch welche, es wachsen aber auch keine nach. 
Ein selten dämlicher Name für eine Insel. Der Name der Endemischem wäre exotischer. Aber es ändert nichts daran: das Riff ist tot. Ea hat sich nichts gegenüber 1999 in diesem Atoll geändert. 

Oder doch? Wahrscheinlich ist das Wasser saurer geworden und lässt keine Wachstum von Acroporakorallen mehr zu. Ziemlich hoffnungslos.
2020                      AaaVeee, Süd-Nilanddhu-Atoll
Aaayee? Entschuldigung, aber dämlicher kann man eine Malediveninsel nicht benennen! Die einheimischen Namen der Inseln sind doch exotisch genug.
Tja, was soll man zu solchen UW.Aufnahmen sagen? Außer Spesen nix gewesen?
2021                      Corona
2022                      Corona
2023                      Hirundhoo (Dreamland), Baa-Atoll
Von den Riffen der Insel hat mir D. Biederer 765 Fotos vom Jan. 2023 zur Auswertung überlassen. Die Bilanz ist erschreckend. Nicht einmal 1 % der Fläche ist mit lebenden Korallen bedeckt. Noch erschreckender: Es gibt keine der schnell wachsenden Acroporakorallen. Die siedeln sich normalerweise zuerst an. Für mich hat das nur einen Grund: Das Wasser ist zu sauer. Die filigranen Korallen können die dünnen Äste im sauren Wasser gar nicht mehr ausbilden. An einigen Stellen sind kleine Korallen mit härteren, glatten Oberflächen zu sehen. Denen kann das saure Wasser nicht so schnell zusetzen - erstmal. Es gibt kleinste Berg-, Hirn- und Porenkorallen. Allerdings in so geringen Mengen, dass sich das Riff bei immer schlechter werdenden Umweltbedingungen in den nächsten Jahrhunderten nicht erholen wird..

Und Fische? Wieso? Gab´s hier mal welche?
20234                     Hirundhoo, Baa-Atoll
Irgendetwas stimmt nicht. Der Papageifisch findet nicht mal Algen. Die Korallenreste, also der Kalk sieht so hell aus. Ob das Wasser einen zu geringen oh-Wert hat, also sauer ist?

Auch kommen die eigentlich schnell wachsenden Acroporakorallen nicht so richtig in Schwung. Es ist so traurig, die Reste eines Riffes so zu sehen.
Aber etwas Positives von den Malediven lässt sich doch berichten:
Die Preise haben sich gefühlt verzehnfacht.

Resümee 

Anfang der Zerstörung der Riffe
Touristen
Jahr

2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
1999
1998
1997
1996
1995
Touristen

555.000
1700000
1480000
1380000
1290000
1230000
1210000
1130000
958.000
931.000
792.000
656.000
683.000
676.000
602.000
395.000
617.000
564.000
485.000
461.000
467.000
430.000
396.000
366.000
339.000
315.000
20,1 Mio.

Nun setzte eine riesige Bautätigkeit ein. Man brauchte auf die scheiß Natur keine Rücksicht mehr zu nehmen. Da, wo die schönsten Korallengärten, Sandbänke oder das Riffwatt einst waren, würden Wasserbungalows hingeklotzt. Das war teilweise nach ungefähr 2012 so kurios, dass auf kleinen Inseln bei Vollbuchung nicht jeder ein Handtuch auf den Stand hätte legen können. 
Wenn eine Insel von 40 auf 1000 Zimmer (z. B. Kuramathi, geschätzt) aufrüstet, ging die Zerstörung auf den einzelnen Inseln natürlich unterschiedlich schnell.

Aber auch auf kleinere Inseln, wie z. B. Ellaidhoo, waren die Riffe schon von 1994 zu 1985 nicht mehr wiederzuerkennen.
El Niño 1998
Bedingungslose Vermarktung
Das fing eigentlich schon im November 1981 mit Eröffnung des Großflughafens Hulule an. Da wurden tatsächlich an den Inseln lebende Korallen aus Faros und entlegenen Riffen herausgebrochen, um schnell Unterkünfte und Hafenanlagen bauen zu können.
Zerstörung der Riffe an den einzelnen Inseln
Jetzt waren wirklich alle Riffe abgestorben. Man konnte nicht viel darüber lesen und konnte das auch nicht richtig glauben. Also eine neueröffnete Insel im Süd-Nilananu- Atoll für 1999 gebucht. Schon bei der Ankunft saß das Management der Insel missmutig herum. Genau wie die große Landschildkröte, die verzweifelt versuchte, auf dem betonierten Tennisplatz ihre Eier zu vergraben. Brille auf, rein: es stimmte, alles kaputt. 
Wellenbrecher
Jahrtausende lang wurden keine Wellenbrecher gebraucht. Die Korallen am Riff mit den unzähligen Öffnungen und Durchlässen nahmen den Wellen die Kraft.

Abwasser von 20 Millionen
äFrüher lebten einige 10.000 Menschen auf den Inseln, verteilt über 800 km. Da spielten Abwasser keine Rolle. Frauen gingen links, Männer rechts an den Strand. Die Flut räumte das weg.

Jetzt muss das Meer 50 km nördlich und südlich der Hauptstadt das Abwasser von über  20 Millionen Menschen verkraften. Da sagt doch der Verstand, das kann einfach nicht gut gehen. Das vertragen die Riffe einfach nicht, auch ohne Erwärmung und Veräußerung. 

Und Kläranlagen? Wie kann man auf einer zu 100% genutzten Insel von 200 x 300 m ( z. B. Embudu) eine Kläranlage bauen?

An „Last Generation“

Glaubt ihr wirklich, dass, selbst wenn in Deutschland für 10 Jahre alles stillstehen würde, ihr die Temperatur von 29,4°C in 16,7  m Tiefe auch nur um 0,1° C sinken würde?

MALEDIVEB 2023
Siehe auch: Malediven - der Zentralfriedhof des Indischen Ozeans?