Staatliche Museen zu Berlin - Museumsinsel und Dom
Altes Museum
Die gewaltige, von Karl Friedrich Schinkel geplante Säulenhalle mit 18 ionischen Säulen ist fast 90 Meter lang,genau wie das ältere, westlich auf der anderen Seite des Kupfergrabens gelegene Zeughaus. (Oktober 2004)
Die Vorgeschichte
So um 1815 herum dämmerte es König Friedrich Wilhelm III., dass er ein neues Museum braucht. Das humanistische Bildungsideal nicht nur der Humboldtbrüder setzte sich Anfang des 19. Jahrhunderts durch.
Die Kunstschätze sollten nicht länger nur der feudalen Oberschicht zugänglich sein. Hinzu kam 1806 die Rückkehr der von Napoleon geraubten Sammlung Giustiniani.
Angedacht für die Ausstellungen war die 1696 von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, dem späteren König in Preußen, Friedrich I. (der Soldatenkönig) gegründeten Kunstakademie Unter den Linden oder der Marstall. Beides wurde verworfen.
Löwenkämpfer von 1861 nach einem Entwurf von Daniel Christian Rauch
Der Auftrag
So bekam Karl Friedrich Schinkel den Auftrag, ein neues Museum zu planen und zu bauen. Der Bau begann 1824 mit dem Einrammen von 3000 Kiefernpfählen. Die Eröffnung fand am 60. Geburtstag von König Friedrich Wilhelm III., am 3. August 1830, statt.
Der Entwurf gilt als Höhepunkt des Schaffens Schinkels und ist ein bedeutendes Bauwerkes des Klassizismus. Da war Schinkel mit seiner Familie auf seiner zweiten Italienreise. Er besuchte auf dieser Reise auch Köln, Bonn, Rüdesheim, Heidelberg, die Schweiz, Mailand und Venedig - und das per Kutsche!
Na? Noch ein Löwe der dran glauben muss? Nein, es ist ein Panther, den die Amazone seit 1842 da vor sich hat. Es ist ein schönes, fast explosives Werk von August Kiß.
Das Bauwerk
Karl Friedrich Schinkel entwarf einen vierflügligen, rechteckigen Bau mit zwei Stockwerken. Die prachtvolle Südseite zum Abschluss des Lustgartens hin prägt eine monumentale Säulenhalle mit 18 ionischen Säulen, verteilt auf 87 Metern Länge Die Breite beträgt 55 Meter. Vor den Säulen führt eine breite Freitreppe zum Eingang. Die Maße des Gebäudes passen zum Zeughaus.
Ein quadratischer Mittelbau überragt den Hauptbau. Da drinnen ist Platz für
zwei Lichthöfe und einen Kuppelsaal mit einer aus 20 korinthischen Säulen
eingefassten Ringhalle. Alles reicht über die zwei Stockwerke. Im Obergeschoss umläuft eine Galerie die Halle.
Das Museum hatte bei seiner Eröffnung logischerweise den Namen Neues
Museum, bis 1845 hieß es Königliches Museum und jetzt Altes Museum. Es ist die Keimzelle der Museumsinsel.
De Säulenhalle am Eingang des Alten Museums in Berlin beeindruckt durch die Höhe der Vorhalle , durch die 18 ionischen Säulen und durch die Kassettendecke.
Die Rückwand der Vorhalle ist durch die farbige Felder d nicht mehr wegzudenken.Schinkel hatte für die Felder Fresken entworfene. Die haben den Zweiten Weltkrieg aber nicht überlebt.
Das Museum beherbergt heute die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin mit Werken der Griechen, Etrusker und Römer. Als Teil der Berliner Museumsinsel gehört es seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe.Ein bauliches Detail ist die
Wie gewaltig müssen diese Säulen 1822 den Berliner vorgekommen sein
Eine Badewanne aus einem Stück Granit an dieser Stelle? Da hat doch nie einer gebadet! Die Staatlichen Museen zu Berlin (Stiftung Preußischer Kulturbesitz) haben die beiden monumentalen Granitwannen im Juni 1997 in der Säulenhalle des Alten Museums aufgestellt. Die Wannen stammen aus dem Fundus der Antikensammlung Berlin.
Da hat bestimmt nie einer gebadet!
Immer wieder ein schöner Anblick. Aufnahme vom 4. Februar 2018.
So macht Museumsbesuch richtig Spaß
Eigentlich ist hier immer was los
18 kannelierten ionischen Säulen über die gesamte Gebäudehöhe sorgen für einen monumentalen Anblick
Die Attika
Attikageschosses des Schönsten Schinkelbaus
Die Figurengruppe zeigt einen Mann der ein Pferd bändigt. Der „Rossbändiger“ trägt einen Stern auf der StirnEr stellt einen der Dioskuren dar. Dioskuren sind die Söhne von Zeus und Leda. Es sind Castor und Pollux, die unzertrennlichen Zwillinge. Sie stehen an den Ecken des Attikageschosses der Rotunde. Geschaffen werden sie von Friedrich Tieck .Seit 1828 stehen sieauf dem Dach.
Castor oder Pollux als Rossbändiger
Wer kann heute noch so ein Geländer herstellen?
Die Sammlung
Rotunde des Alten Museums in Berlin.
Dieser zentrale Rundbau ist das Herzstück des zwischen 1825 und 1830 von Karl Friedrich Schinkel errichteten Gebäudes auf der Museumsinsel. Gestaltung ist deutlich dem Pantheon in Rom nachempfunden. Die Kassettendecke ist mit rot-goldenen Feldern verziert, die geflügelte Genien, Tierkreiszeichen und Rosetten zeigen. In der Mitte befindet sich ein Opaion (Lichtauge) als natürliche Lichtquelle.
Statuen: Im Hauptgeschoss stehen zwischen den Säulen sechzehn Statuen antiker Götter, bei denen es sich um römische Kopien griechischer Meisterwerke handelt.
Das Alte Museum beherbergt heute die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin mit bedeutenden Werken der Griechen, Etrusker und Römer.
Diese Skulptur ist eine römische Marmorkopie der berühmten, verlorenen Bronzestatue der „Verwundeten Amazone“ von Polyklet aus dem 5. Jahrhundert v. Chr..Die Statue zeigt eine Amazone, die sich erschöpft auf eine Säule stützt, wobei ihr rechter Arm anmutig auf ihrem Haupt ruht.Sie trägt einen kurzen, doppelt gegürteten Chiton, und unter ihrem angehobenen rechten Arm ist eine blutende Wunde dargestellt.
Nur zwei von hunderten Ausstellungsstücken, genauer beschrieben:
Bringen Sie bei einem Besuch nur genug Zeit mit!
Die lebensgroße Marmorstatue zeigt einen Schauspieler in der Rolle des Papposilen (der „Väterchen Silen“), dem ältesten und weisesten Begleiter des Gottes Dionysos. Er trägt ein charakteristisches, eng anliegendes Bühnenkostüm aus Schaffell (mallotos chiton), das die behaarte Haut eines Silens imitiert. Um seine Hüften ist ein Mantel (Himation) geschlungen, eine römische Kopie aus dem frühen 2. Jahrhundert n. Chr. (ca. 100 n. Chr.), die auf einem griechischen Original aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. basiert. Das Gesicht wirkt maskenhaft mit weit geöffnetem Mund, ähnlich einer Theatermaske. Der erhobene rechte Arm ist eine Ergänzung; ursprünglich hielt er möglicherweise einen Gegenstand über den Kopf. In der antiken griechischen Dramatik war Papposilen der Anführer des Chores im Satyrspiel. Die Statue wurde 1739 im Palazzo Gentili in Rom gefunden und gelangte später in die Berliner Antikensammlung